Markranstädt
Raumproblem beim Haareschneiden gelöst
Ulrike Witt
Foto: André Kempner
Heidi Thomas und Claudia Eichhorn (von links) organisieren die vierte Zwenkauer Kinderkleiderbörse in der IVS-Halle im Gewerbegebiet am Wasserwerk.
Zwenkau. Am 10. März steigt in Zwenkau die vierte Kinderkleiderbörse. Veranstaltungsort ist erstmals die Halle der Firma IVS im Gewerbegebiet „Zum Wasserwerk“. Die Organisation liegt wieder in den Händen von Heidi Thomas und Claudia Eichhorn.
„Die erste Kinderkleiderbörse fand im Oktober 2010 in der Kita Pulvermühle statt“, erinnert sich Thomas. Sechs Monate dauerte damals die Vorbereitung. Die größte Hürde sei die Suche nach geeigneten Räumlichkeiten gewesen. „Die Stadt hat uns nicht unterstützt. Deshalb mussten wir auch von unserer ursprünglichen Idee, die Börse in der Turnhalle des Schulzentrums durchzuführen, Abstand nehmen“, erklärt Thomas. Indes die Premiere wurde ein Erfolg. „Wir haben 3000 Euro Umsatz gemacht“, verrät sie.
Beim Wirt des „Waldesgrün“, Kay Valtin, stießen Thomas und ihre Mitstreiterinnen auf offene Ohren. Im März 2011 wurde die Traditionsgaststätte am Eichholz zum Secondhand-Markt. Die Kunden machten den Umzug mit. 4000 Euro klingelten am Ende in den Kassen der Händler. Im Oktober vergangenen Jahres zeigte Valtin erneut ein Herz für junge Familien. Wieder türmten sich Baby- und Kindersachen von Größe 50 bis 164 sowie allerlei Utensilien vom Autositz bis zur Wiege im Saal der Gartenkneipe. „Wirklich jeder der 200 Quadratmeter Verkaufsfläche war belegt. Bei 70 Verkäufern, die jeweils zwei Umzugskartons mit Kleidern, zudem zwei Pamperskartons mit Schuhen und Babyutensilien mitbringen konnten, kein Wunder“, so Thomas. Die Flächenplanung sei eine Sisyphusarbeit gewesen, gesteht sie. Eine Alternative musste her. Also ging es wieder auf Raumsuche.
Diesmal kam Thomas der Zufall zu Hilfe. Beim Haareschneiden schwatzte die Friseurin mit ihrem Kunden Jan Rauscher. Dass er Geschäftsführer der IVS Oberflächenbearbeitung ist, die im Mai in Zwenkau eine Niederlassung eröffnen wird, wusste Thomas da nicht. Rauscher bot ihr kurzerhand seine Halle im Gewerbegebiet „Zum Wasserwerk“ an. Und Thomas ließ sich nicht lange bitten, machte Nägel mit Köpfen: „Das ist ein Traum. Wir haben damit jetzt weit über 450 Quadratmeter zur Verfügung.“
Die Zahl der Verkäufer will Thomas dennoch bei 70 belassen. „Die ganze Sache muss für uns ja noch beherrschbar sein. Schließlich organisieren wir die Kinderkleiderbörse ehrenamtlich“, so die Zwenkauerin. Dank ihres Engagements sind Thomas und Eichhorn inzwischen mit zahlreichen Müttern befreundet. Daher hoffen die Frauen auch, dass ihr Ruf nach weiteren Helfern nicht ungehört verhallt. Auf eine können sie ganz sicher setzen: Simone Gey. Die Inhaberin des Modetreff Zwenkau stellt erneut Kleiderständer bereit. „Ohne sie ginge es gar nicht mehr“, sagt Thomas. Das trifft auch auf Tagesmutti Ines Thimm zu. „Als Dankeschön für ihre Unterstützung, gehen wieder zehn Prozent des Gesamtumsatzes an sie“, erläutert Thomas.
Der Startschuss für die vierte Kinderkleiderbörse fällt bereits am 9. März. „Wir beginnen am Freitag um 19 Uhr und haben bis 23 Uhr geöffnet“, so Thomas. Sie hofft, dass vor allem Schwangere das Angebot nutzen. „Am Abend ist es wesentlich ruhiger und damit nicht so beschwerlich für die werdenden Mütter“, betont Thomas. Für den Samstag erwartet sie dann den ganz großen Ansturm. Zwischen 8 und 13 Uhr kann nach Lust und Laune bei freiem Eintritt gewühlt und gekauft werden. Übrigens: Noch gibt es einige Verkäufernummern für moderate 2,50 Euro Standgebühr. Anmeldungen sind bis zum 2. März möglich.
Einer, wenn auch zugegeben noch jungen Tradition, wollen Thomas und Eichhorn auch 2012 treu bleiben: Bekleidung, die nicht verkauft wird, geht an das Kinderheim nach Borna.
© LVZ-Online, 21.02.2012, 17:40 Uhr