Markranstädt
Von Klassik bis Moderne
Kerstin Leppich
Foto: André Kempner
Kantor Frank Lehmann (links) und das Orchester des Sinfonischen Musikvereins Leipzig werden auch in diesem Jahr mehrere Konzerte beim Markranstädter Musiksommer in der St. Laurentius Kirche bestreiten.
Markranstädt. Buchstäblich mit einem Paukenschlag beginnt an diesem Samstag der zwölfte Markranstädter Musiksommer. Ab 16 Uhr wird das Orchester des Sinfonischen Musikvereins Leipzig unter der Leitung von Kantor Frank Lehmann das Eröffnungskonzert in der St. Laurentius Kirche bestreiten. Zu hören sein wird die Sinfonie Nr. 94 von Joseph Haydn, auch bekannt als „Sinfonie mit dem Paukenschlag“.
„Der Komponist galt vielen seiner Zeit als Papa Haydn, der vor allem sehr brave Musik gemacht hat. Mit dieser Sinfonie hat er sich, wenn man so will, ein wenig gerächt. Denn der Paukenschlag kommt ganz unerwartet nach einem eher ruhigen Stück“, erklärt Lehmann. Neben Haydn wird auch das Violinkonzert von Wolfgang Amadeus Mozart zu hören sein. Solist ist der junge Violinist Pawel Miczka, der aus Polen stammt und in Leipzig Musik studiert. Zum Abschluss wird auch Beethovens achte Sinfonie gespielt. Sie entstand 1813, kurz nach der Völkerschlacht. „Man kann die militärische Färbung deutlich heraushören“, sagt Lehmann, der das Stück nicht nur wegen des anstehenden Jubiläums der Völkerschlacht gewählt hat. Er hat auch den Ehrgeiz, alle Sinfonien von Beethoven zu Gehör zu bringen. Im kommenden Jahr ist dann die dritte, die Eroica, einst Napoleon gewidmet, an der Reihe.
Doch zunächst geht es mit dem Musiksommer am 2. Juni weiter. Das Ensemble Tonart aus Leipzig gibt zu seinem zehnjährigen Bestehen ein Frühlingskonzert. Ein Höhepunkt wird am 1. Juli das Konzert sein, das in Kooperation mit dem MDR-Musiksommer stattfinden wird. Das Streicher-Duo Maria Pietschmann (Violine) und Friedemann Herfurt (Cello) sind Preisträger des Nachwuchs-Wettbewerbes „The next generation“ und treten zusammen mit Musikern des MDR-Orchesters auf.
Das zweite Sommerkonzert unter dem Titel „Chant d’amour“ bestreitet die Mezzosopranistin Claudia Maria Laule mit romantischer Musik und Eigenkompositionen. Sie wird von ihren Geschwistern an Klavier und Cello begleitet.
Weil die Orgel in Gefahr ist, aus der Mode zu geraten, wie Lehmann sagt, kommt am 15. September Universitätsorganist Daniel Beilschmidt nach Markranstädt. Er wird an der Kreutzbach-Orgel spielen. Das große Abschlusskonzert wird am 13. Oktober wieder das Orchester des Sinfonischen Musikvereins bestreiten. Sie werden Franz Schubert spielen, außerdem die Peer-Gynt-Suite von Edvard Grieg, deren Melodien heute weit bekannt sind.
Aber auch nach dem offiziellen Ende des Musiksommers, geht die Reihe der Konzerte in St. Laurentius weiter. So wird am 21. November das Orchester gemeinsam mit Solisten ein Gedenkkonzert zum Buß- und Bettag geben. Zu hören sein wird das Requiem D-Moll von Wolfgang Amadeus Mozart. Im Advent wird die Kantorei Markranstädt und das Kammerorchester gemeinsam mit Solisten auftreten: Am 16. Dezember wird das Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach zu hören sein. Den Jahresabschluss macht die Fiddle Folk Family. Sie spielen zum Jahreswechsel am 31. Dezember irische, beschwingte und festliche Musik.
Die Karten für die Konzerte kosten wie in den Vorjahren zehn Euro, Kinder bis zwölf Jahre sind frei, Jugendliche bis 18 Jahre zahlen fünf Euro. Erhältlich sind die Tickets bei Blumen Ifland, Krakauer Straße 30, Telefon 034205 87393 und im Pfarramt in der Schulstraße 9, Telefon 034205 83244. Außerdem im Bürgerbüro, Markt 1.
© LVZ-Online, 18.04.2012, 16:22 Uhr