Schkeuditz
Doktoren mit schneller Klinge
mey/rohe
Foto: Michael Strohmeyer
Höchste Konzentration und ganzer Körpereinsatz ist bei der 14. Europäischen Fechtmeisterschaft der Mediziner in Schkeuditz gefragt.
Schkeuditz. Aus sieben europäischen Ländern waren insgesamt 97 Teilnehmer angereist. Aus Polen, Schweden, Finnland, Spanien, Dänemark, Tschechien und Deutschland kamen die Akteure bei den 14. Europäischen Fechtmeisterschaften der Medizinberufe nach Schkeuditz. Diese fanden parallel zu den Europameisterschaften im Fechten in Leipzig statt. Einige der Fechtsportler, die in Leipzig teilnehmen, waren zuvor auch in Schkeuditz am Start.
Der Finne Paulus Tokola und der Tscheche Ondrej Krmasek sind zwei der „Doppelstarter“. Beide waren zum ersten Mal in die Flughafenstadt gekommen. Hier wollten sie sich ein Bild vom aktiven Fechtclub verschaffen und ihre Fechtkünste mit anderen Teilnehmern messen. Aber auch ehemalige internationale Größen kommen immer wieder gern zu dieser regelmäßigen Veranstaltung: Die 64-jährige Schwedin Kerstin Palm kämpfte noch aktiv mit. Sie hatte schon sieben Mal an Olympischen Spielen teilgenommen. So etwa 1964 in Tokio oder 1968 in Mexiko. Sie kämpfte gegen Ines Solimann aus Bonn und gewann diesen Zweikampf im Florett.
Die Kampfrichter von Schkeuditz hatten es allerdings nicht immer leicht, sich bei den „alten Hasen“ durchzusetzen. So gab es hin und wieder eine Diskussion über die Entscheidungsfindung. Aber die Schkeuditzer Kampfrichter Carolin Kolbe, Dennis Häse und Florian Blasczyk meisterten diese Herausforderung mit Bravour.
Drei Kategorien standen auf dem Programm: Säbel, Florett und Degen. Die Goethesporthalle hatte mit ihren acht aufgebauten Bahnen das Flair einer großen internationalen sportlichen Veranstaltung, die hauptsächlich durch den Fechtclub Schkeuditz und der Stadt nun zum vierten Mal ausgetragen wurde.
Der ältester Teilnehmer war Lothar Hempelmann aus Alsfeld mit stolzen 70 Jahren. Er sei mit seiner ein Jahr jüngeren Frau Marianne nun schon das vierte Mal in Schkeuditz, berichtet er. Beide hätten sich über diesen Sport kennen und lieben gelernt. Seit 1956 kreuzen sie die Klingen. „Ich kann mich noch gut daran erinnern, als ich 1958 an den Meisterschaften in der ehemaligen DDR teil genommen hatte, welche ebenfalls in Leipzig stattfanden“, erzählt Marianne Hempelmann. „Wir freuen uns jedes Mal auf ein Wiedersehen mit den Schkeuditzer Sportlern“, gesteht die 69-Jährige.
Die Brüder Marlon und Normen Hirzmann, die ebenfalls aus Alsfeld angereist waren, gaben sich kämpferisch. Sie zeigten Fecht-Können auf hohem Niveau. Mit jetzt 21 beziehungsweise 27 Jahren hätten beide schon an Weltcups teilgenommen. Im Finale im Florettfechten kämpften dann aber der Spanier Ruiz Juan Allonnero und der Deutsche Mark Newman. Die Entscheidung viel mit 15 zu fünf Treffern für den Spanier aus. Der 17-jährige Kampfrichter Dennis Häse zeigte sich erleichtert nach dem interessanten, aber auch anspruchvollen Kampf.
Die Auszeichnungen Pokale, Medaillen und die Präsente von den Sponsoren wurden von den Verantwortlichen des Fechtclubs übergeben. Der Trainer des Fechtclubs, Olaf Kamratowsky, hatte kaum eine Pause: er hatte die organisatorischen Fäden in der Hand. „Ihm gilt genauso viel Anerkennung, wie allen, die zu diesem Gelingen beigetragen haben“, erwähnt Torsten Kolbe.
Ein Dankeschön gab es dann auch von vielen Teilnehmern. Tassilo Seidler aus Greppin bei Bitterfeld lobte die Organisation: „Egal ob nun selbst gebackener Kuchen, Getränke, belegte Brötchen oder die kleinen Geschenke – es hat alles gut geklappt“. Am Abend waren die Teilnehmer noch ins Kulturhaus Sonne eingeladen. Dort wartete ein Buffet auf die Sportler, die das Tanzbein schwingen oder den Abend mit Gesprächen ausklingen lassen konnten.
© LVZ-Online, 18.07.2010, 17:50 Uhr