Schkeuditz
Flughafen erweitert sein Touren-Angebot
Karoline Maria Keybe
Foto: Karoline Maria Keybe
Ein ganz besonderes Erlebnis ist die Nacht-Tour am Flughafen Leipzig/Halle. Hier hilft Berufsfeuerwehrmann Matthias Selzer (links) Norbert Claus beim Anziehen eines echten Feuerwehr-Outfits.
Schkeuditz. Ab sofort bietet der Flughafen Leipzig/Halle neue Führungen an. Zum Beispiel die Feuerwehr-Tour mit einem Besuch des neuen Feuerwehrausbildungszentrums für das so genannte Fire-Training inklusive der Besichtigung des Boeing-747-Brandsimulators. Gewählt werden kann auch eine Airport-Tour mit einer Sicherheitskontrolle im General Aviation Terminal (GAT) sowie einer beeindruckenden Fahrt über eine der beiden Start- und Landebahnen für jeweils neun Euro pro Erwachsener.
Kombiniert sind diese beiden Erlebnisreisen für rund 25 Euro in der dreistündigen Nacht-Tour buchbar, die unlängst Pressevertretern vorgestellt wurde. Bei Wunsch kann die Expedition mit dem Bordmenü „Around the World“ abgerundet werden. Dann dauert der Ausflug circa vier Stunden und kostet knapp 36 Euro pro Person. Während der Nachttour soll unter anderem eine Flugzeugabfertigung live zu erleben sein – sofern gerade eine Passagier-Maschine verfügbar ist. Bei der Vorstellung der Tour war das gerade nicht der Fall. Die Personenkontrolle durchquert der Besucher wie ein normaler Passagier. Leider ist kein Blick hinter die Kulissen möglich, zum Beispiel was beim Scannen der Taschen zu sehen ist und wie das Personal nicht erlaubte Gegenstände gleich erkennt. Ein Höhepunkt ist auf jeden Fall die rasante Fahrt mit dem Bus über den hell erleuchteten Runway. Aussteigen für ein Erinnerungsfoto ist aus Sicherheitsgründen aber nicht möglich. Umso wichtiger wäre es für Besuchertouren. wenn Busse mit sauberen Fensterscheiben eingesetzt werden. Doch auch dann wird man keinen Blick auf die DHL-Anlagen werfen können, wenn dort nachts im wahrsten Sinne des Wortes die Post abgeht. Auch die bei ihrer Zwischenlandung sich ausruhenden GIs oder deren Aufenthaltsräume werden selbst bei blitzblanken Scheiben nicht zu sehen sein. An diesen Bereichen wird nur vorbeigefahren.
Keine Sichtprobleme gibt es von vornherein bei der Besichtigung des Flugfeldlöschfahrzeugs in der Feuerwache West. Und wer sich rechtzeitig meldet, kann auch mal selbst in die Atemschutzübungsanlage klettern und sich wie ein Feuerwehrmann fühlen. Der Brandsimulator hat Platz für alle Teilnehmer. Auf der Fahrt dorthin erfahren die Besucher in einem zehnminütigen Fotovortrag Historisches zur Flughafenfeuerwehr. Die „Live-Show“ in dem dreigeschossigen Rumpf des Boeing-747-Brandsimulators erschöpft sich beim Anbringen von Fackeln – deren Duft erinnert eher an Mittelalterspektakel als an Brandsimulation. Immerhin: Jeder muss aus Sicherheitsgründen einen Helm aufsetzen.
Interessant und lehrreich ist so eine Flughafen-Tour allemal. Für Familien mit Kindern dauert die Nacht-Tour aber eindeutig zu lang. Das geht schon manch Erwachsenem so. Trotz der charmanten und humorvollen Führung von Ingolf Brömme vom Besucherdienst des Airports. Doch die Halbierung von Tourzeit und Preis hätte sicher doppelte Freude der Besucher zur Folge. Für den Nachwuchs empfiehlt sich zudem die wesentlich kürzere Schüler-Tour für Schulklassen und Kindergartengruppen. Hier wird kindgerecht die Flugzeugabfertigung erklärt. Die Feuerwehrbesichtigung ist auch dabei. Kosten: 3,50 Euro pro Person. Die vierstündige Nachttour für knapp 36 Euro provoziert dagegen zu der Überlegung, ob man nicht gleich einen preiswerten Flug in ein nahes warmes Land bucht, und sich den Flughafen einfach aus der Vogelperspektive betrachtet.
iTourwünsche müssen angemeldet werden. Der Besucherdienst ist täglich zwischen 9 und 17 Uhr unter Tel. 0341 224-1414 erreichbar.
© LVZ-Online, 27.08.2010, 21:49 Uhr