Taucha
Ausstellung bringt Defa-Stars nach Taucha
Jörg ter Vehn
Foto: Jörg ter Vehn
Defa-Filmstars in Taucha: Bibliotheks-Mitarbeiter Toni Richter schaut sich eine Vitrine zu DDR-Indianer Gojko Mitic an.
Taucha. Ein Wiedersehen mit Gojko Mitic, dem Großen kleinen Tauchaer Fred Delmare, Manfred Krug und etlichen anderen Filmgrößen der DDR gibt es derzeit in der Stadtbibliothek von Taucha. Das Heimatmuseum zeigt dort eine Ausstellung von Jens Rübner zur Defa.
In knapp zehn Vitrinen werden Fundstücke, Filme, Andenken, Karten und mehr ausgestellt. Besonders liebevoll ist der Umgang mit dem DDR-Film-Indianer Gojko Mitic: Bis zum Nachbau eines kleinen Tipis sind kleine Schätze rund um den „DDR-Winnetou“ zusammengetragen. Eine Autogrammkarte mit Unterschrift und Bildern des noch heute beliebten Stars sind weiterhin zu sehen. Mitic hat sowieso eine feste Bande nach Taucha, besuchte auch schon die Mandan-Indianer der Parthestadt.
„Der Kleine Muck“, „Spur der Steine“ – auch zu einigen Filmen gibt es Informationen und Randnotizen. Selbst Rockröhre Nina Hagen ist zu sehen – allerdings noch auf einer Autogrammkarte, die sie als junge Frau und Schauspielerin zeigt.
Rübner unterhält in Leipzig eine private Defa-Stube und ein Archiv zur Filmschmiede. Nach eigenem Bekunden besitzt Rübner unter anderem eine Kopie des ersten Defa-Films „Die Mörder sind unter uns“ mit Hildegard Knef von 1946. „Weiterhin zählen zu meiner Sammlung sämtliche Indianerfilme, die schönsten Märchen und Kinderfilme und natürlich auch solche Kultfilme wie ‚Die Legende von Paul und Paula‘ oder ‚Die Spur der Steine‘ und viele mehr“, berichtet er auf seiner Homepage im Internet. 400 handsignierte Autogrammkarten von DEFA-Stars hätten im sogar mal einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde eingebracht. „Filmplakate, Drehbücher, Aushangfotos und Arbeitsfotos gehören ebenfalls zu meiner privaten Sammlung“, so Rübner.
Einigen Tauchaern dürfte er bekannt sein von der Literaturgala im Vorjahr. Dort trug er als Autor ein Essay über die Dreharbeiten eines Nachkriegfilmes in der Zwickschen Siedlung vor.
„Er kam dann im Nachgang auf die Stadt zu und wollte gerne seine Defa-Ausstellung in Taucha zeigen“, so Steffi Beyer von der Bücherei. Bis Ende Juli sei nun seine Sammlung zu sehen.
Rübner hat bereits mehrere Bücher über Filme in der DDR geschrieben. Sein bekanntestes sei „Rotznasen – Filmkinder aus längst vergangenen Tagen“, erzählt Beyer. Am 21. Juni werde Rübner in Taucha sein und eine Lesung zu seiner Defa-Film-Ausstellung veranstalten.
© LVZ-Online, 03.05.2012, 16:13 Uhr