Taucha
Bagger kommen horizontal voran
Jörg ter Vehn
Foto: Jörg ter Vehn
Futuristisches Gerät: Horizontal wird der Bohrer vorangetrieben.
Taucha. Kabel Deutschland verstärkt sein Netz in Taucha und lässt dazu lässt per Horizontalbohrung neue Leitungen verlegen. Entlang der B 87 bringt derzeit die Leipziger Firma „F & G Fernmeldemontagen“ im so genannten Bohrspülverfahren das armdicke Kabel unter die Erde.
Es werde von der Otto-Schmidt-Straße bis zur Geschwister-Scholl-Straße reichen, so Arbeitsvorbereiter Steffen Barth. Um die Altstadt werde ein Bogen gemacht. „Wir führen das Kabel durch den Park an der Parthe entlang“, kündigte er an. Voraussichtlich bis Anfang Juni würden die Arbeiten dauern.
Bei dem Verfahren wird ein Bohrkern horizontal unter der Erde durchgedrückt und -gespült. Der Kopf ist dabei in alle Richtungen leicht schwenkbar, um auch Kurven zu ermöglichen und Hindernissen auszuweichen. „Normalerweise bohren wir in etwa zwei bis drei Metern Tiefe“, so Barth. Die eigentlichen Bohrtrupps sind zwei Mann stark: Einer sitzt auf der Maschine mit dem selbstverlängernden Bohrgestänge, ein anderer sondiert mit einem speziellen Metalldetektor den Boden nach dem Bohrkern, markiert die Lage, gibt dem Maschinisten die Steueranweisungen.
„Am Tag schaffen wir so rund 130 Meter pro Bohrer“, erklärt Barth. Gestern waren gleich drei der Geräte in Taucha unterwegs. „Dauerhaft werden aber nur zwei in Taucha eingesetzt.“
Bei dem Verfahren werden nicht wie sonst bei Kabelverlegungen üblich lange Schachtungen entlang der Wege nötig. Nur einige Kopflöcher, von denen aus die Bohrer in die Erde gehen, und Öffnungen zum Spülen der Kerne werden angelegt. Diese würden besonders umweltschonend ausgehoben, so Barth. Das erledige ein Saugbagger. Der müsse nicht mit einer Schaufel in die Erde schneiden, sondern sauge das Erdreich nur heraus – „dadurch werden auch die Wurzeln der Bäume nicht zerstört“, erklärt Barth.
Vermutlich in sechs Metern Tiefe werde die Parthe nahe der Sparkasse unterquert. Dann gehe es den kombinierten Fuß-und Radweg „An der Parthe“ entlang in Richtung des Zielpunktes in die Geschwister-Scholl-Straße. Insgesamt 3,5 Kilometer lang ist die Kabeltrasse.
Neue Glasfaserleitungen würden ins vorhandene Netz integriert, so Kabel-Deutschland-Sprecher Klaus Rosenkranz. Ein neues Angebot sei damit nicht verbunden. Ziel des Netzausbaus sei es, die Kapazität zu erhöhen.
© LVZ-Online, 02.05.2012, 16:24 Uhr