Taucha
Bogumils Garten: Landratsamt bestätigt Waldumwidmung
Jörg ter Vehn
Foto: Jörg ter Vehn
Unmittelbar an der Bundesstraße befindet sich das kleine innerstädtische Wäldchen, das nun offenbar bebaut werden soll.
Taucha. Eine rasche Bebauung des ehemaligen Wäldchens an Bogumils Garten an der B87 in Taucha wird immer wahrscheinlicher. Das Landratsamt bestätigte gestern die Fakten des LVZ-Berichts vom Sonnabend.
Wie berichtete, hatten in der Vorwoche Arbeiter im Wäldchen unmittelbar an der Leipziger Straße Bäume abgeholzt. Auf Nachfrage erklärte die Stadtverwaltung, in den Sachverhalt nicht eingebunden gewesen zu sein.
In der Zwischenzeit stellte sich heraus, dass diese Aussage nicht ganz korrekt ist. Denn im Vorfeld der so genannten Umwidmung des Geländes hatte sich der Technische Ausschuss der Stadträte damit zu befassen und eine Stellungnahme zu erarbeiten. Nach LVZ-Informationen wurde das Vorhaben im Ausschuss befürwortet. Bauamtschefin Barbara Stein sagte am Abend, nur in die Waldumwandlung sei die Stadt eingebunden gewesen. Sie habe seitdem aber nichts mehr über die Pläne des Besitzers erfahren.
Kreissprecher Rayk Bergner bestätigte die Waldumwidmung des rund 1,3 Hektar großen Geländes. Das Verfahren sei im vorigen Herbst positiv beschieden worden, nachdem der Besitzer der Auflage der Wiederaufforstung nachgekommen sei. Tatsächlich sei ein Stück Wald bei Regis-Breitingen im Südraum Leipzig gepflanzt worden.
„Das kann und darf so gemacht werden“, erläuterte Bergner. Zum damaligen Zeitpunkt habe es in der näheren Region keine entsprechenden aufzuforstenden Flächen gegeben.
Im Vorfeld der Umwidmung sei die Zustimmung des Umweltamtes eingeholt worden. Auch eine Umweltverträglichkeitsprüfung sei ordnungsgemäß durchgeführt worden, erklärte er. Zur Begründung für die Maßnahme habe es geheißen, es solle dort ein kombinierter Hotel-Appartement-Büro-Komplex entstehen.
Dafür hat es in Taucha in den Neunzigerjahren bereits einen vom Stadtrat abgesegneten, rechtskräftigen Vorhabens- und Erschließungsplan gegeben. Ob die privaten Waldbesitzer dies aber auch tatsächlich vorhaben oder nur als offizielle Begründung vorschoben, um die Waldwidmung loszuwerden und die Fläche besser verkaufen zu können, war gestern nicht in Erfahrung zu bringen.
© LVZ-Online, 31.01.2012, 17:05 Uhr