Taucha
Kinderbetreuung: Jusos wettern gegen Bürgermeister von Taucha
Jörg ter Vehn
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Die Jusos kritisieren die Stadt Taucha für ihre Haltung zu den Betreuungszeiten in den Kitas.
Taucha. Aus seiner eigenen Partei erntet Tauchas Bürgermeister Holger Schirmbeck (SPD) harsche Kritik bei seinem Vorgehen zu den Kita-Betreuungszeiten. Die Jusos Nordsachsen, deren Vize-Vorsitzender Felix Hoffmann auch im Vorstand der SPD Taucha sitzt, verurteilen Schirmbecks Entscheidung, bei den Zeiten keine Änderungen vornehmen zu wollen.
„Es kann nicht sein, dass die Stadt Taucha damit wirbt, eine kinderfreundliche Stadt zu sein, und im nächsten Moment die Kinder und deren Eltern im Stich zu lassen“, so der Juso-Vorsitzende Tobias Eichardt in einer Erklärung. In Leipzig funktioniere doch die Zehn-Stunden-Regelung und das auch ohne Gebührenerhöhung. „Gerade die SPD Taucha sollte sich um ihre Wurzeln bemühen und sich für die Eltern einsetzen“, findet er.
Verschiedene Eltern hatten sich für eine reguläre Mehrbetreuung stark gemacht und auf lange Arbeitswege verwiesen. Bei einem Acht-Stunden-Tag sei die Regelbetreuung von maximal neun Stunden nicht genug. Sie verwiesen auf das Beispiel Leipzig, wo es sogar Verträge bis zu elf Stunden gibt. Bürgermeister Holger Schirmbeck konterte, der zuständige Ausschuss habe nach Prüfen der Fakten keinen Bedarf für eine Längerbetreuung gesehen. Außerdem gebe es Landeszuschüsse für die Kitas auch nur für die Regelbetreuung bis neun Stunden täglich.
„In einer Stadt, welche davon geprägt ist, dass die meisten Bürgerinnen und Bürger in andere Städte und Landkreise pendeln müssen, ist es unverständlich, dass die Stadt nur auf ihre Einnahmesituation schaut und somit ihre Eigenverantwortung gegenüber ihren Einwohnern verliert“, so die Jusos. Wenn alleine 18 Eltern aus einer Kita eine Mehrbetreuung für notwendig erachteten (die LVZ berichtete), wie sei dann erst der Bedarf in allen acht Kitas der Stadt, fragen sie. Schirmbeck verschließe die Augen vor den wirklichen Problemen seiner Einwohner, meinen die Jusos und bieten den Eltern an, mit ihnen für die längere Betreuungszeit zu streiten.
© LVZ-Online, 20.04.2012, 16:43 Uhr