Taucha
Kirchgemeinde Taucha wird mobil
Jörg ter Vehn
Foto: Jörg ter Vehn
Die Evangelisch-Lutherische Kirchgemeinde Taucha erhält ein Sozialmobil: Einige der Stifter mit Pfarrer Edelmann in der Wagentür.
Taucha. Die Evangelisch-Lutherische Kirchgemeinde Taucha wird jetzt mobil: Danke zahlreicher Stifter verfügt sie nun über einen kleinen Transporter, mit dem die Belange der Kirche von Gottesdienstbesuch über Kita-Ausflüge bis zum Lebensmitteltransport für Bedürftige unterstützt werden können.
Gestern Vormittag nach dem Gottesdienst im Diakonat übergab Pfarrer Christin Gottfried Edelmann dankbar die Spendenurkunden an die Stifter. Nicht alle der 20 größeren Geldgeber waren gekommen, aber Ehler Mehlkop vom Gut Engelsdorf zum Beispiel nahm die Urkunde in Empfang. Er unterstütze mit der Firma gerne soziale Dinge, so der Betriebsleiter.
Frank Heidenreich vom gleichnamigen Steinmetzbetrieb aus Engelsdorf betonte ebenfalls seine enge Bindung an Taucha und die Kirche, ebenso wie Heidrun Uhlig vom Bestattungshaus. Sie habe auch schon in Leipzig-Schönefeld bei einer ähnlichen Aktion geholfen, ein Auto mitfinanziert und dabei gute Erfahrungen gemacht, sagte sie.
Dirk Dahmer, eigentlich wohnhaft inzwischen in Markkleeberg, aber mit seiner Sicherungstechnik-Firma weiter in der Parthestadt engagiert, sagte, er sei in der Kirche und wolle Taucha ja nicht verloren gehen. Und Steffi Christian, deren Physiotherapie- und Naturheilkunde die meisten Tauchaer wohl noch unter dem alten Namen Zschoch-Seifert kennen dürften, fand schon die Idee „einfach klasse“. Da habe sie auch gerne geholfen, noch andere Geldgeber zu suchen.
Für Pfarrer Edelmann war die Anschaffung des Wagens aber noch etwas mehr. „Sie zeigt doch auch, dass wenn jeder etwas von seinem gibt, etwas Größeres daraus werden kann“, hatte er schon im Gottesdienst zuvor in der Theorie gepredigt – um es dann in der Praxis zu zeigen.
Mit dem Geld der Spender werde die Gemeinde den Wagen fünf Jahren zur Verfügung haben, müsse allerdings für die Betriebskosten noch selber aufkommen, erläuterte er das Prinzip. Nach Ablauf der Frist erhalte sie das Angebot, den Wagen günstig zu erwerben.
Die erste große Fahrt werde mit dem Ford Transit gleich nächste Woche nach Volkenroda in Thüringen gehen, kündigte der Pfarrer an. Am Sonnabend würden die Konfirmanden zur Freizeit ins Kloster dorthin fahren. „Der Wagen wird aber auch für andere Projekte der Kirche benötigt“, kündigte er an. So könne damit künftig Essen oder Material von Spendern abgeholt werden, dass in der Kleiderkammer für Bedürftige ausgegeben wird.
Auch für die Kinder die Kita St. Moritz sei der Ford Transit gedacht. Sie könnten darin zu Veranstaltungen gefahren werden – „allerdings benötigen wir dafür auch noch einige Kindersitze“, bat Edelmann gleich um weitere Spenden.
Letztlich diene der Wagen aber auch dazu, Senioren von zu Hause abzuholen, um sie zum Gottesdienst fahren zu können, erläuterte er das weitere Angebot.
Petrus jedenfalls schien‘s zu gefallen. Er schickte zur Übergabe gestern Vormittag wärmende Sonnenstrahlen von oben auf den Rudolf-Winkelmann-Platz, die die sonst eisige Kälte dieser Tage ein bisschen erträglicher machten.
© LVZ-Online, 05.02.2012, 16:57 Uhr