Taucha
Neue Fördervereinsvorsitzende setzt sich für mehr Miteinander an der Mittelschule ein
Jörg ter Vehn
Taucha. Zwischen Eltern, Lehrern und Schülern besser verzahnen will Nicole Dräger die Arbeit des Fördervereins der Mittelschule. „Denn viele Kinder können mit dem Verein nichts anfangen“, sagt sie. Insgesamt gebe es viel zu viele Eltern und auch Lehrer an der Schule, die gar nicht wissen, was über den Verein alles möglich sei an der Schule.
Seit gut einer Woche ist Nicole Dräger neue Vorsitzende des Fördervereins. Die ersten Tage seien geprägt gewesen von einer Reihe von Formalien, sagt sie. Aber jetzt gehe es an die inhaltliche Arbeit. Als erstes wolle sie den Verein den Eltern und Lehrern nahe bringen. Mit der Schulleitung habe sie vereinbart, dass sich der Verein bei den Elternrunden vorstellen könne. Ihr Ziel sei es, vor allem in den fünften und sechsten Klassen, die noch am längsten an der Schule sind, Präsenz zu zeigen und die Möglichkeiten aufzuzeigen.
Denn ob Hilfe für sozial schwache Familien bei Klassenfahrten, der Kauf diverser Ausrüstungsgegenstände für die Schule oder etwa das Geo-Abonnement für die Schulbibliothek – der Förderverein engagiere sich auf verschiedensten Ebenen an der Schule.
Als kleinen Hingucker werde der Verein zum Beispiel beim nächsten Hoffest der Schule ein Musical aufführen. „Wir zeigen Gesicht“ heiße das Werk und wende sich gegen den Antisemitismus. Eine Mutti habe sich angeboten, das Werk für die Verhältnisse der Schule aufzubereiten und einzustudieren. „Wir wollen damit auch zeigen, dass es beim Hoffest um mehr geht als nur Essen und Trinken“, sagt Dräger.
Sie wolle auch versuchen, zusammen mit dem Elternrat die Lehrer zu motivieren, mehr mit ihren Schülern zu unternehmen. So gebe es eine Reihe von Möglichkeiten, spannende und interessante Orte in der näheren Umgebung zu besuchen. Über die Eltern habe sie schon so manchen Tipp bekommen, diese würden auch dabei Hilfe leisten, ist sie sich sicher. „Aber die Lehrer müssen bei so etwas natürlich mitziehen“, weiß sie. „Unser Ziel alle zusammen muss doch sein, dass sich Kinder, Eltern und Lehrer mit ihrer Schule identifizieren“, glaubt sie.
Dafür sei es besser, wenn auch der Förderverein auf breiteren Schultern stehe. Derzeit gebe es 35 Mitglieder – viel zu wenig seien das. Sie hoffe, auf ihren Runden durch die fünften und sechsten Klassen viele engagierte Eltern anzutreffen, die sie auch als neue Mitglieder im Förderverein begrüßen könne. „Sie sollen wissen, dass der Verein keine Last am Bein der Eltern ist, sondern eine Chance, über ihn vieles an der Schule mitzugestalten.“
Der Förderverein finanziert seine Arbeit nur zu einem Teil aus den Mitgliedsbeiträgen. Ein Großteil der Finanzen war in den vergangenen Jahren jeweils mit dem Verkauf von selbstgebastelten Gestecken auf dem Weihnachtsmarkt erwirtschaftet worden. Die frühere Vorsitzende Kerstin Roloff hatte bereits angekündigt, diese Tradition auch ohne Amt weiterzuführen.
© LVZ-Online, 01.02.2012, 16:44 Uhr