Taucha
Parthenaue ist Vorreiter in Sachsen
Jörg ter Vehn
Foto: Jörg ter Vehn
Der Lösegraben in Taucha ist eines von vielen Fließgewässern, die als Gewässer zweiter Ordnung ganz in die Hoheit des Zweckverbandes Parthenaue wechseln sollen.
Taucha. Der Zweckverband Parthenaue bereitet sich darauf vor, für die Gewässer zweiter Ordnung in Taucha und Borsdorf sowie in Großpösna und Brandis die hoheitlichen Aufgaben zu übernehmen. Mit einem Grundsatzbeschluss wurde das sachsenweit bislang einzige Vorhaben gestern auf den Weg gebracht.
Mit der beabsichtigten Gründung einer eigenen Sparte für die Gewässer zweiter Ordnung wäre der Verband Vorreiter in Sachsen, erklärte der Vorsitzende und Tauchaer Bürgermeister Holger Schirmbeck. Der Verband habe über die Jahre mit der Unterhaltung der Gewässer in den Orten, die ihm per öffentlich-rechtlichen Verträgen von den Kommunen übertragen worden seien, gute Strukturen aufgebaut, Erfahrungen gesammelt und Wissen angehäuft, um jetzt den nächsten Schritt tun zu können.
Zum Beispiel die Fragen des Hochwasserschutzes und der Planung dafür, aber auch die Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie würden damit in die Hände des Verbandes übergehen. Für Schirmbeck eine logische Folge der bisherigen guten Zusammenarbeit im Verband, aber auch der Physik: „Die Gewässer machen ja nicht an den Gemarkungsgrenzen Halt. Da macht es Sinn, wenn sich ein übergeordneter Verband etwa um die Planung des Hochwasserschutzes kümmert.“
Die Gewässer zweiter Ordnung sind in der Regel diejenigen, die den Anliegern am meisten zu schaffen machen. Während sich der Freistaat um die Gewässer erster Ordnung wie Elbe, Elster und auch Parthe kümmert, obliegen Pflege, Unterhalt und Planung der kleineren Fließgewässer den Kommunen. In Taucha sind dies beispielsweise der Lösegraben und der Hasengraben. Alle Bäche und Gräben zusammen kommen in der Parthestadt auf 26 Kilometer. In Brandis kommen 31,5 Kilometer örtliche Fließgewässer zusammen, in Großpösna 17, ebenso in Borsdorf.
Der Grundsatzbeschluss der beteiligtene Kommunen sei einstimmig gewesen, erläuterte Schirmbeck. Als nächstes müssten die Kommunalparlamente von Brandis und Großpösna zustimmen, anstatt der bisherigen Verträge mit dem Verband eine Mitgliedschaft für die Gewässer-Sparte zu wollen. Dann müssten auch in Taucha und Borsdorf die Parlamente einer Satzungsänderung des Verbandes zur Gründung der neuen Sparte zustimmen, bevor alles umgesetzt werden könne. Mit der Landesdirektion und dem Innenministerium von Sachsen sei das Prozedere abgestimmt, so Schirmbeck. „Ziel ist es, diesen Prozess 2012 abzuschließen.“
© LVZ-Online, 17.02.2012, 15:39 Uhr