Taucha
Schüler schwitzen bei Spendenlauf für den kanadischen Regenwald
Jörg ter Vehn
Foto: Jörg ter Vehn
Fern der Heimat, aber fröhlich: Hwiemtun vom Stamm der Cowichan-Indianer von der Westküste Kanadas begrüßte die Gymnasiasten aus Taucha und Leipzig vor dem Wildnislauf.
Taucha. Für den kanadischen Regenwald geschwitzt haben gestern hunderte Schüler aus Taucha und Leipzig. Beim Wildnislauf für Waldpatenschaften auf der Sportanlage an der Kriekauer Straße wurden genug Runden zurückgelegt, um mit dem zugesagten Geld der Sponsoren ein wohl mehr als 300 Klassenzimmer großes Stück unberührtes Natur in Kanada kaufen und schützen zu können.
Hwiemtun war gestern ein fröhlicher Mann. Der Indianer vom Cowichan-Stamm von der Westküste Kanadas war zwar fern der Heimat – aber konnte ihr trotzdem helfen. Zusammen mit Bürgermeister Holger Schirmbeck hatte Hwiemtun am Morgen rund 350 Schüler des Tauchaer Gymnasiums beim Wildnislauf begrüßt, bevor sie ihre Runden für das „Land der Wölfe“ an der kanadischen Westküste zu drehen begannen.
Foto: Jörg ter Vehn
Durchhalten für die Wildnis: Insgesamt Tausende Runden kamen in Taucha zusammen. Lokale Firmen unterstützten die Aktion zum Beispiel mit gesundem Obst.
Der Indianer reist derzeit für die Aktion der Stiftung Wilderness International mit durch die Lande. Gestern gab es die Läufe in Taucha, bei denen auch die Rahn-Gymnasiasten auch der Messestadt und die vom Engelsdorfer Gymnasium starteten, am Montag lief es gut für Hwiemtun und sei Volk in Dresden, heute geht es nach Leipzig.
„Seit fünf Jahren gibt es die Wildnisläufe und sie wachsen konstant von Jahr zu Jahr“, erklärte Hans Dierstein vom Vorstand der Stiftung. Neben den Events in Leipzig, Taucha und Dresden gebe es auch einen in Frankfurt/Main. „Wir können sagen, dass durch die Läufe bislang eine Million Quadratmeter Land für immer unter Naturschutz gestellt werden konnten“, berichtet er stolz. „Weitere 500 000 Quadratmeter sind in Vorbereitung“, ergänzte er.
Wie berichtet, ist der so genannte temperierte Regenwald an der Westküste Kanadas von Abholzung bedroht – obwohl er zu den wertvollsten Regenwäldern der Welt gehört und beispielsweise mehr Kohlendioxid speichert als seine Verwandten in Brasilien oder Malaysia. Die Stiftung erwerbe das bedrohte Land, so Dierstein. „Wichtig ist dabei, dass wir in Kanada Rechtssicherheit haben und nicht irgendwer daher kommen kann und das Land doch haben will“, erläuterte er.
Austauschprogramm, Urkunden mit den Geodaten der Fläche – „die Schulen bleiben über Jahre am Projekt dran“, ist seine Erfahrung. Sicher auch, weil lokale Firmen die Organisation der Läufe zahlen, Preise für die Läufer sponsoren. Wie etwa Tauchas kleiner Schoko-Laden: „Die Klasse mit den meisten Spenden bekommt dort zum Beispiel einen Klassensatz Eis“, erzählte Katharina Klauer.
© LVZ-Online, 08.05.2012, 16:17 Uhr