Taucha
Stadtbibliothek macht bei Ausleihen Riesensprung nach vorne
Jörg ter Vehn
Foto: Jörg ter Vehn
Da strahlt er: Lukas erhält von Toni Richter seinen ersten Leseausweis für die Stadtbibliothek.
Taucha. Die Stadtbibliothek Taucha hat im Vorjahr bei den Entleihungen einen Riesensatz nach vorne gemacht: Mit 62 214 ausgegebenen Medien waren es fast doppelt so viele wie noch ein Jahr zuvor.
Chefin Steffi Beyer sieht den Hauptgrund im guten Einkauf. Die Bibliothek habe dankenswerter Weise viele Zuschüsse vom Kulturraum bekommen, habe dafür viele gute und aktuelle Bücher, Filme und auch CDs erwerben können. Bei der Auswahl dafür stehe ihr zum einen ihr junger Kollegen Toni Richter zur Seite, andererseits werde konsequent das besorgt, was die Leser wünschten.
„Bei den Kindern laufen zum Beispiel Gregg‘s Tagebücher wie verrückt. Wir haben inzwischen alle – und die sind eigentlich ständig unterwegs“, muss sie selber schmunzeln. Ebenso gefragt seien bei den Erwachsenen die Historienromane. Da habe die Bibliothek inzwischen eine ganze Reihe zur Verfügung, „und wir führen auch aktuelle Titel wie von Tanja Kinkel und Iny Lorentz“, sagt sie. Begehrt seien natürlich ebenso Thriller und Krimis. Erst vor kurzem seien auch zwei Kriminalromane des Leipziger Autoren Henner Kotte erworben worden.
„Nein Danke, ich will keinen Seniorenteller“ ist ebenfalls häufig gewünscht“, sagt Richter lächelnd. Deswegen habe die Bibliothek gleich nachgelegt und den Zweittitel „Nein danke, ich gehe nicht zum Seniorentreff“, angeschafft.
Der gesamte Medienbestand von inzwischen 27 639 Titeln müsse ständig durchforstet werden. „Im Vorjahr haben wir mehr als 1600 Bände ausgesondert, im Gegenzug aber auch über 1700 Medien neu in die Räume stellen können“, sagt Beyer. Zum Erfolg im Vorjahr habe aber vielleicht auch beigetragen, dass die Regale nun besser thematisch sortiert seien, konkrete Titel, aber auch ähnliche Bücher dadurch leichter zu finden seien, meint Richter.
Insgesamt laufe natürlich wie in allen Bibliotheken die Belletristik am besten, erklärt Beyer. Sachbücher seien eine schwierige Materie. Das Werk von Thilo Sarrazin „Deutschland schafft sich ab“ sei nach wie vor stark gefragt, Bücher zu Computern werde sie aber zum Beispiel nicht mehr besorgen. „Die sind ja schon veraltet, wenn sie bei uns in den Regalen stehen“, sagte sie. Dafür gebe es die Zeitschrift Chip in der Ausleihe. Die laufe gut.
Bei der Jugendliteratur gebe es nach wie vor einige Klassiker, aber auch alle paar Jahre wieder eine neue Welle. „Ich glaube zum Beispiel, dass die Vampirromane gerade abflauen“, hat Richter beobachtet. Immer aktuell sei die Bibliothek dank eines speziellen Deals auch bei Teenager-Hörbüchern, erzählt Beyer.
Aktuell sind 1216 Leser in der Bibliothek gemeldet, gut hundert mehr als im Vorjahr. Neuestes Mitglied wurde gestern der siebenjährige Lukas, der seinen ersten Leseausweis erhielt. Kinder, Auszubildende und sozial Schwache zahlen dafür sechs Euro im Jahr, Erwachsene sonst zwölf.
© LVZ-Online, 06.02.2012, 16:52 Uhr