Machern. Es waren erschreckende Szenen, die sich während der Highland Games im vergangenen Jahr in Machern abspielten. Während tagsüber Tausende den Kilt-Helden im Schottenrock zujubelten und das Spiel der Pipebands genossen, hatte am Abend des 19. September eine andere Disziplin Konjunktur: Randale.
Inzwischen haben die Ermittlungsbehörden gegen insgesamt fünf der mutmaßlichen Täter Anklage erhoben, wie Ricardo Schulz, Sprecher der Leipziger Staatsanwaltschaft, auf LVZ-Anfrage mitteilt. Gegen vier Tatverdächtige im Alter zwischen 19 und 22 Jahren sei Anklage wegen Landfriedensbruchs im besonders schweren Fall in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung und einem Fall wegen Beleidigung erhoben worden. Die Verfahren seien beim Jugendschöffengericht in Grimma anhängig. Gegen einen 20-Jährigen sei außerdem ein Strafbefehl ergangen. Der Angeklagte habe dagegen Einspruch eingelegt, so dass das Gericht auch hierzu verhandeln müsse.
Wie der Sprecher der Leipziger Staatsanwaltschaft weiter informiert, seien drei der Angeklagten auch beim Überfall auf das Roter Stern-Spiel im Oktober 2009 in Brandis im Visier der Ermittlungsbehörden.
Die Ausschreitungen in Machern seien zwar von wesentlich mehr Randalierern ausgegangen – insgesamt wurde gegen 26 Personen zwischen 18 bis 39 Jahren ermittelt. Gegen 20 Beschuldigte seien die Verfahren allerdings eingestellt worden. „Diese Personen wurden zwar in der Nähe der verschiedenen Tatorte festgestellt, eine Beteiligung an Straftaten konnte ihnen jedoch letztlich nicht nachgewiesen werden." Gegen einen weiteren Beschuldigten wurde das Verfahren im Hinblick auf eine weitere Anklage mit einem wesentlich schweren Tatvorwurf wegen Geringfügigkeit eingestellt.
Zur Motivation der Störenfriede erklärte der Sprecher der Staatsanwaltschaft: „Es ist davon auszugehen, dass der Großteil der Täter in dieser Nacht aus der Gruppe heraus, zum Teil alkoholisiert, aggressiv und provozierend mit Lust an der Zerstörung gehandelt hat." Unter anderem hatten die Randalierer einen Oldtimer-Bus in Brand gesetzt, Zäune demoliert und mitten auf der B 6 eine Mülltonne in Brand gesteckt. Nach den Vorfällen war auch Kritik an der Security laut geworden.