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Azubis gesucht 2012 - Unternehmen stellen sich vor

In der neuen LVZ-Beilage "Azubi gesucht - Neue Chancen auf dem Arbeitsmarkt 2012" präsentieren Unternehmen verschiedene Möglichkeiten der Ausbildung.

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Wurzen

Brandis-Täter Christian K. muss drei Jahre hinter Gitter

Der zweite Täter der Randale auf dem Fußball-Platz vom FSV Brandis muss sich seit gestern vor dem Leipziger Amtsgericht verantworten.   Foto: Christian Nitsche
Leipzig. Der Brandiser Christian K. wurde am Donnerstag vom Amtsgericht Leipzig wegen vierfacher Körperverletzung, einfacher versuchter Körperverletzung sowie Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren ohne Bewährung verurteilt.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Angeklagte am 24. Oktober 2009 in Brandis während eines Fußball-Bezirksklassespiels aktiv am Überfall Rechtsradikaler auf Anhänger von Roter Stern Leipzig beteiligt war. Zudem gehörte K. am 23. August 2009 zu einer Gruppe Lok-Fans, die nach dem Ortsderby über Zuschauer des FC Sachsen herfiel. Dabei griff K. einen Polizisten tätlich an.

Gleich zu Beginn der Verhandlung gab der Angeklagte eine Erklärung ab. Darin drückte K. sein Bedauern darüber aus, dass er an den Vorfällen in Brandis beteiligt war. Dies sowie die Entschuldigung am ersten Verhandlungstag gegenüber den Polizisten wertete der Staatsanwalt als Geständnis. Zudem erklärte er, dass K. diese Taten nur einräumte, weil die Beweislage durch Videos, Fotos und Zeugenaussagen so eindeutig war.

Eigenartig indes wirkte die Begründung des Angeklagten, warum der damals sechsfach Vorbestrafte im Juni 2009 als Nichtmitglied für die NPD bei den Wahlen zum Brandiser Stadtrat kandidiert hatte. Das sei aufgrund einer Bierwette in der Kneipe geschehen. Immerhin erhielt der 25-Jährige 41 Stimmen, die freilich nicht zum Einzug ins regionale Parlament reichten. In der Kleinstadt ist er als Mann mit rechtsradikaler Gesinnung und als gelegentlicher Zuschauer auf dem Sportplatz bekannt. Den Befragten vom FSV Brandis war er bisher aber nicht aufgefallen.

Dagegen trat am Donnerstag erstmals ein Zeuge auf, der den Beschuldigten bei den Ereignissen in Brandis identifizieren konnte. Roter-Stern-Anhänger Michael W. erkannte ihn als einen der Schläger wieder, die 200 Fans des linksorientierten Vereins überfallen hatten. "Ich sah ihn in der Horde. Sonst habe ich keinen erkannt. Ihn ja, vor allem an seinem Blick und der Mimik, denn er stand ja direkt vor mir", sagte der 31-Jährige, der von einem Kantholz getroffen wurde und sich dabei Kieferprellungen und eine Fleischwunde im Mund zuzog.

Fußball-Fan W. konnte sich zudem daran erinnern, dass der Himmel mit Wurfgegenständen bepflastert schien. "Alles andere war nur Angst." Was andere Zeugen bestätigten. "Ich wurde von einem Rechtsradikalen mit einer Eisenstange angegriffen, konnte mich mit meinem Schlagstock verteidigen, als ich mit meinem Kollegen zwischen beiden Lagern stand", berichtete ein Polizist aus Oschatz - einer von nur sechs Ordnungshütern an diesem Schreckenstag.

"Wir müssen präventiv wirken. Durch die Masse werden Leute wie Sie zur Gefahr", erklärte Richterin Ute Pisecky in der Urteilsbegründung. Dass die Haftstrafe gegen den ersten Brandis-Täter, der am 9. März verurteilt worden war, offenbar nicht abschreckt, zeigte der vergangene Sonnabend. Anhänger von Roter Stern berichteten am Donnerstag, dass es in Radefeld beim Punktspiel wieder Anfeindungen gab. "Hat Euch denn Brandis nicht gereicht", soll ein Radefelder Kicker gerufen haben. Allerdings hätten sich dessen Teamkollegen bei den Leipziger Akteuren sofort entschuldigt.
 
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