Wurzen. Beim dritten Anlauf soll es endlich klappen: Die Stadt Wurzen beteiligt sich in diesem Jahr wieder an dem Wettbewerb „Ab in die Mitte – Die Cityoffensive". Laut Bewerbung soll das Areal zwischen dem Alten Rathaus und der öffentlichen Toilette in der Wenceslaigasse komplett neugestaltet werden.
An Joachim Ringelnatz kommt die Stadt einfach nicht dabei. Auch bei der diesjährigen Bewerbung für den Wettbewerb „Ab in die Mitte" des Freistaates Sachsen will die Stadt den guten Namen und die Anziehungskraft des Dichters nutzen. Dreimal schon hat die Stadtverwaltung ein Konzept für die Ausschreibung ausgearbeitet, bei der Konzepte prämiert werden, die Innenstädte für die Bürger wieder attraktiv machen – doch nie setzte sich Wurzen durch. „Diesmal muss es einfach klappen", sagt Oberbürgermeister Jörg Röglin (parteilos). „Das ist die beste Bewerbung, die wir jemals hatten. Wenn wir es jetzt nicht schaffen, dann weiß ich es auch nicht."
Das Konzept sieht vor, das Areal zwischen Altem Rathaus und öffentliche Toilette neu zu gestalten. Hier soll eine Art Hafenlandschaft entstehen: Zentraler Punkt ist dabei ein großer Kinderspielplatz, der Besucher über einen Steg an eine künstliche Bootsanlegestelle geleitet. Jedes der dort liegenden „Segelschiffe" soll nach dem Willen der Stadt mit besonderen Spielmöglichkeiten ausgestattet werden. Dahinter ist ein großer Sandkasten samt Klettergerüst in Leuchtturm-Form geplant.
Auch die alte Stadtmauer soll aufgewertet werden. Hier soll eine Kulisse für Kleinkunstveranstaltungen entstehen, wo Lesungen, Theaterstücke oder Musikaufführungen stattfinden können. Zudem soll der schattige Platz als Ruhepunkt im heißen Sommer dienen. Die öffentliche Toilette wird ebenfalls in Konzept einbezogen. Unter dem Namen „Kak – Kunst am Klo" soll mit maritimen Versen und Klo-Gedichten Ringelnatz‘ bestückt werden. Überhaupt steht der Dichter für das ganze Konzept Pate: Da Ringelnatz zeitweise als Leichtmatrose anheuerte, sieht
die Stadt einen starken Zusammenhang zwischen der Hafenlandschaft und dem bekanntesten Sohn der Stadt.
Insgesamt soll das Projekt rund 151 000 Euro kosten, wovon die
Stadt laut Bewerbungsunterlagen 139 000 Euro selbst tragen will. Einen festen Zeitplan gibt es bisher noch nicht. Die ersten Baumaßnahmen sind für das Frühjahr 2012 angedacht, um die Veranstaltungen des Ringelnatz-Sommers und des Stadtjubiläums im nächsten Jahr nicht zu gefährden. Wahrscheinlich ist aber, dass die Hafenlandschaft nicht als Ganzes auf einmal, sondern Stück für Stück entsteht. Einzige Voraussetzung: Das Wurzen beim Wettbewerb für seine Ideen ausgezeichnet wird.