Machern. Genau das hatte Jens Zaunick hören wollen. Der Vorsitzende des Hundeausbildungscenter (HAC) Panitzsch hatte sich gewünscht, dass Hundesportler und Verantwortliche der Verbände die Panitzscher wieder mit der Ausrichtung dieses bedeutenden Wettbewerbes betrauen würden. „Wir sind sozusagen die Reha-Klinik für die Deutsche Meisterschaft", sagt Jens Zaunick und erzählt von Schwierigkeiten, die es im Vorfeld gegeben hatte. Ursprünglich sollte ein bayerischer Verein Ausrichter sein. Der hatte, nachdem es 2009 Probleme im Ablauf gab, nochmals die Chance bekommen, um einiges wieder gutzumachen. „Doch dann hörten wir davon, dass es sich die Bayern doch nicht mehr zutrauen. Es wurde schon vom Ausfall der Meisterschaft gesprochen", so Zaunick. Das jedoch ließen die Panitzscher nicht zu und mobilisierten sämtliche Kräfte, auch umliegender Vereine. Innerhalb weniger Monate stemmten sie die Organisation des bedeutendsten Wettbewerbes in der Vielseitigkeit im Hundesport. Und das mit einer Qualität, die den Akteuren das Lob einfach machte. „Alles perfekt, die Anlage passt. Die Zahl und das Interesse der Zuschauer begeistern. Und auch rundum gibt es nichts zu kritisieren", sagte zum Beispiel Edgar Huber aus Bayern, der als Richter die Leistungen der Vierbeiner beurteilte.
Drei Prüfungen hatten die Hunde abzulegen. Sie mussten Fährte suchen, sich im Schutzdienst und in der Unterordnung beweisen. „Um hierher zu kommen, müssen sich die Tiere über Kreis-, Bezirks- und Landesmeisterschaften qualifizieren und mindestens 270 Punkte vorweisen. Pro Diziplin gibt es maximal 100 Punkte", machte Jens Zaunick deutlich, dass in Machern die Creme de la Creme der Vielseitigkeitshunde antrat. Das registrierten auch die Zuschauer auf der Tribüne. Dort war es mucksmäuschenstill, wenn Vierbeiner mit einem kurzen „Hier" oder „Platz" gestellte Aufgaben erfüllten. Von dort gab es tosenden Applaus, sobald die Prüfung beendet war.
Neben einigen wenigen Deutschen Schäferhunden, Airedale-Terriern und Riesenschnauzern waren es vor allem Malinois, Belgische Schäferhunde, die sich im Wettbewerb maßen. Auch Brundhilde vom Zeitzer Land, die mit Andrea Döring aus Naunhof an den Start ging, gehörte dazu. „Die Fährte war nicht so gut", relativierte die Sportlerin Titelambitionen. Für Jens Zaunick indes blieb sie eine der Favoritinnen. „2003 hat sie mit einem Dobermann den WM-Titel geholt", sagte er und ergänzte: „Ein Mensch schafft es mit Fleiß und Glück vielleicht mehrfach zu so einer Meisterschaft. Ein Hund jedoch nur einmal. Jahre Training sind nötig. Deshalb legten wir uns ins Zeug und wollten nicht, dass die Meisterschaft ausfällt."