Polenz. Die Polenzer machen ernst: Um ihre Forderung nach einem Radweg an der stark befahrenen Staatsstraße Richtung Brandis durchzusetzen, gründeten rund 20 Einwohner jetzt eine Bürgerinitiative. „Wir wollen alle sich bietenden Möglichkeiten nutzen, um endlich eine sichere Verbindung für Radfahrer zu erreichen“, erklärte Ortsvorsteher Andreas Böhme, einer der Initiatoren.
„Wohin man schaut, entstehen neue Radwege. Nur wir Polenzer gucken in die Röhre“, kritisierte Rosemarie Pauls. „Diese drei Kilometer Radweg zu bauen sollte doch kein unlösbares Problem sein.“ Die Polenzer verwiesen auf andere Verbindungen, die es von Brandis aus Richtung Beucha gebe oder den neuen Radweg zwischen Beucha und Zweenfurth. „Da können wir als Polenzer nur neidisch sein“, erklärte Gerlinde Lipfert, die das Thema nicht das erste Mal ansprach. Mehrere Bürger, die sich zur Gründung der Bürgerinitiative Radweg Polenz-Machern eingefunden hatten, machten auf die gefährliche Situation auf der Staatsstraße aufmerksam. „Wenn man dort Kinder oder Jugendliche fahren sieht, kann es einem himmelangst und bange werden“, so Rolf Heymann. Nachwuchs, den er als Trainer des Brandiser Schützenvereins in Polenz betreue, habe er verboten, die Strecke mit dem Rad zu fahren: „Das kann kein Mensch verantworten.“
Nötig sei der Radweg nicht nur für die Schulkinder, die sich täglich auf den Weg nach Brandis machen müssen, um in die Grundschule, zur Mittelschule oder ins Gymnasium zu gelangen. Erforderlich sei die Verbindung ebenso für alle, die über keinen fahrbaren Untersatz verfügen. Auch ältere Leute, die zum Arztbesuch oder Einkaufen nach Brandis fahren müssen, würden auf der S 45 gefährlich leben, so die Schilderungen.
Mit den bisherigen Aussagen, dass sich der Bau des Radweges nicht realisieren lasse, wolle man sich nicht länger abspeisen lassen, lautete der Tenor. „Dabei muss uns klar sein, dass wir dafür einen langen Atem brauchen“, zerstreute Andreas Böhme Hoffnungen auf baldige Erfolge. „Das wird viel Arbeit und auch Kämpfe bedeuten.“
Alternativen, die die Stadt ins Spiel brachte, treffen auf wenig Gegenliebe. „Eine Verbindung über den Flugplatz zu führen wäre Unsinn“, erklärte Siegmar Walter, „ein Radweg muss immer die kürzeste Verbindung darstellen.“ Ein Umweg über den Flugplatz würde den Polenzern nicht helfen, so seine Meinung.
In kleiner Runde wird man sich schon in wenigen Tagen über die weitere Vorgehensweise verständigen. Geplant sind unter anderem Unterschriftenaktionen. Zudem will sich die BI ans Land als Träger der Staatsstraße wenden. Eins müsse schon jetzt klar sein: „Wenn die Sache etwas werden soll, muss ganz Polenz dahinter stehen“, so Böhme.