Bach-Museum
Das Bach-Archiv: Hier laufen alle Fäden in Sachen Bach zusammen
ahr
Das Bach-Archiv Leipzig ist ein Zentrum der internationalen Bach-Forschung. Es umfasst ein Forschungsinstitut, das sich wesentlich der Grundlagenforschung widmet, und eine wissenschaftliche Bibliothek mit umfangreichen Quellen- und Spezialsammlungen zum Thema Bach. Der Öffentlichkeitsarbeit des Bach-Archivs dient das Museum, das am 20. März nach umfangreicher Sanierung wiedereröffnet wird. Zum Archiv gehört außerdem ein Künstlerisches Betriebsbüro, das in erster Linie für die Durchführung des Bachfestes und des Bach-Wettbewerbs Leipzig verantwortlich zeichnet.
Sitz der Stiftung ist das historische Bosehaus, eines der ältesten historischen Gebäude an der Südseite des Thomaskirchhofs. Einst ging Bach hier ein und aus, denn mit dem damaligen Hausherrn, Georg Heinrich Bose, verband ihn mehr als gute Nachbarschaft - er schätzte ihn als Freund und Förderer seiner Musik. Zudem wohnten Bach und seine Familie von 1723 bis 1750 nur wenige Schritte entfernt in der nicht mehr erhaltenen Thomasschule. Der vermögende Gold- und Silberwarenhändler Bose ließ 1711 in seinem Haus eigens einen barocken Fest- und Musiksaal errichten, in dem gewiss auch Bach musizierte.
Die Gründung des Bach-Archivs Leipzig erfolgte im Bach-Jahr 1950 anlässlich des 200. Todestages des Komponisten. Damit wurde der Plan verwirklicht, die zahlreichen originalen Bach-Manuskripte und historischen Dokumente, die in Leipzig verstreut waren (im Stadtarchiv, in der Stadtbibliothek, in der Thomasschule, in Verlagsarchiven und andernorts), zusammenzuführen, sachgemäß zu verwahren und damit zugleich ein Zentrum der Bach-Forschung zu errichten. 1979 wurde das Bach-Archiv in die »Nationalen Forschungs- und Gedenkstätten J. S. Bach der DDR« eingegliedert, 1992 jedoch als städtische Einrichtung wieder verselbständigt und 1998 in eine Stiftung bürgerlichen Rechts umgewandelt, die von der Bundesrepublik Deutschland, dem Freistaat Sachsen und der Stadt Leipzig getragen wird.
Von Anbeginn hat das Bach-Archiv seine Sammlungen systematisch erweitert und ständig vergrößert. Heute konzentrieren sich die Forschungsaktivitäten nicht nur auf Johann Sebastian Bach, sondern beziehen die gesamte Bach-Familie vom 16. bis ins 19. Jahrhundert und deren musikalisches Umfeld mit ein.
© LVZ-Online, 12.03.2010, 14:40 Uhr