Bach-Museum
Meissener Geldtruhe ist ein Zufallsfund
Mathias Orbeck
Es ist ein Zufallsfund: die eiserne Geldkassette aus dem Besitz der Familie Bach. Diese stand bisher im Museum des Meißner Doms, diente dort seit Mitte der 1990er-Jahre als Spendendose. Auffällig war dabei eine barocke Malerei, die die Kassette auf der Innenseite ihres Deckels aufweist. "Dabei blieb lange Zeit unbeachtet, dass es sich bei der Malerei um das bekrönte Spiegelmonogramm Johann Sebastian Bachs handelt", erklärt Christoph Wolff, Leiter des Bach-Archivs. "Wir haben einen Tipp bekommen und es erst gar nicht geglaubt." Noch während des Bach-Festes sei man im Vorjahr nach Meißen gefahren.
Bei der Kassette handelt sich vermutlich um den in Bachs Nachlass aufgeführten "Putz Schrank". Wobei "Putz" hier soviel wie "Schmuck" bedeutet. Damals war Weiber-Putz ein gängiger Begriff. Neben dem auf einigen Originaldokumenten erhaltenen Siegel liegt mit der Bemalung auf der Innenseite des Kistendeckels die zweite autorisierte Form des Bach'schen Spiegelmonogramms vor.
© LVZ-Online, 24.03.2010, 14:39 Uhr