Bach-Museum
Neu gestaltetes Bach-Museum am 20. März der Öffentlichkeit übergeben
ahr
Am 20. März 2010 hatte das Warten endlich ein Ende. Mit einem Tag der offenen Tür
wurde das neue Bach-Museum Leipzig der Öffentlichkeit übergeben. Und das
keinen Tag zu früh. Denn einen Tag später hätte der große Komponist und
Thomaskantor seinen 325. Geburtstag gefeiert. Aus diesem Anlass würdigte Bundespräsident Horst Köhler in einem Festakt die Neueröffnung.
Das Bach-Museum präsentiert Leben und Wirken Johann Sebastian Bachs in völlig neu gestalteten Räumen. Den Höhepunkt bildet die in einem Erweiterungsbau untergebrachte, klimatisierte Schatzkammer, die hervorragende Bedingungen für die Präsentation originaler Bach-Handschriften und anderer Kostbarkeiten bietet. Außergewöhnliche Objekte sind zu entdecken. Einige davon waren noch nie oder wurden seit Jahrzehnten nicht mehr ausgestellt. Dazu gehören der Orgelspieltisch aus der Leipziger Johanniskirche, den Bach 1743 geprüft hat, ein Kästchen mit Überresten aus Bachs Grab und eine in Meißen entdeckte, aus Bachs Nachlass stammende Geldkassette
Im „Forschungslabor" können die Besucher aktiv und auf spielerischem Weg die Methoden der Bach-Forschung kennenlernen und so Einblicke in die Arbeit des Bach-Archivs gewinnen. Das Hören spielt im gesamten Bach-Museum eine große Rolle: Klangrohre, Raummusik und Hörstationen bringen barockes Instrumentarium und die Musik Johann Sebastian Bachs zum Klingen.
Zu Konzerten und Führungen ist auch der barocke Sommersaal mit seiner einzigartigen Musikergalerie und Schallkammer wieder für Besucher zugänglich. Der Kabinettausstellungsraum und die museumspädagogische Werkstatt runden das Profil ab. Ein kleiner Lustgarten, ein Hörkabinett und ein Museumscafé bieten Gelegenheit zum Entspannen und Verweilen.
Das Bach-Museum gehört zum Bach-Archiv Leipzig. Das international bekannte Forschungsinstitut besitzt eine umfassende Sammlung von Bachiana. Der Sitz des Bach-Archivs ist das am Thomaskirchhof gelegene historische Bosehaus, das zwei Jahre lang umfassend saniert und erweitert wurde. Die Renovierung des Bosehauses sowie die Neugestaltung von Museum und Bibliothek des Bach-Archivs wurden durch Fördermittel aus dem Programm „Städtebaulicher Denkmalschutz" der Bundesrepublik Deutschland, des Freistaates Sachsen und der Stadt Leipzig sowie durch die Unterstützung privater Förderer möglich.
Die Gesamtkosten des Umbaus einschließlich der Neueinrichtung von Bach-Museum und Bibliothek liegen bei gut 7 Millionen Euro. Der Eigenanteil von rund 2 Millionen Euro konnte mit Hilfe bedeutender Stiftungen wie dem Packard Humanities Institute, Los Altos, Kalifornien (USA), der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius (Hamburg), der Ostdeutschen Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Sparkasse Leipzig, der Gerda Henkel Stiftung (Düsseldorf) und zahlreichen privaten Förderern aufgebracht werden.
© LVZ-Online, 12.03.2010, 11:36 Uhr