In die Leipziger Thomaskirche führt die Entdeckertour am kommenden Freitag, dem 9. Juli. Ullrich Böhme weiht die Gäste in die Geheimnisse der einzigartigen Bachorgel ein, Kinder kommen beim Instrumentenbasteln auf ihre Kosten.
Die Teilnehmer der Entdeckertour können Exklusives erleben. Links am Altarraum vorbei durch eine hölzerne Tür mit der Aufschrift „Kein Zutritt", die dahinter liegende steinerne Wendeltreppe hinauf, geht es auf die Nordempore, wo Böhme die Gäste an der im Jahre 2000 eingebauten Orgel erwartet - genau gegenüber dem Bach-Fenster. Der Musiker weiht Neugierige in die Besonderheiten seines Instrumentes ein. „Das Wichtigste an dieser Orgel ist die Schönheit und Klangvielfalt ihrer 61 Registerzüge", erklärt er. Register, das sind einzelne Reihen von Pfeifen gleicher Klangfarbe. Links und rechts der Manuale und Pedale sind die Registerzüge zu erkennen. Je nachdem, welche davon gezogen, also aktiv sind, verändert sich die Kombination der zu hörenden Orgelpfeifen und damit auch die Klangfarbe.
Der Thomasorganist zieht an einem Register. Plötzlich schrillt ein hoher, pfeifender Ton durch das Kirchengewölbe. „Das Vögelchen hat wohl Durst", sagt Böhme verschmitzt. Er öffnet ein Türchen an der Bach-Orgel, gießt etwas Wasser aus einer Plastikflasche in einen Metallbehälter, an dem ein kleiner, künstlicher Vogel hängt. Der schrille Ton wandelt sich daraufhin zu einem fröhlichen Zwitschern. Das ist nicht das einzige Geheimnis, das Böhme zu lüften bereit ist.
„Es ist erstaunlich, dass es einem heutigen Orgelbauer gelang, dieses Instrument so schön wie eine Barock-Orgel klingen zu lassen", schwärmt Böhme. Instrumente dieser Art gebe es auf der Welt sehr wenige. Alles wurde in Handarbeit gefertigt, in den gleichen Arbeitsschritten und mit den gleichen Materialien wie zu Zeiten Bachs.
Ullrich Böhme gewährt einen Blick ins Innere des Instruments, öffnet einen kleinen Verschlag am Fuße der Zuschauerränge und erläutert den dortigen Blasebalg, der die Luft durch die Pfeifen bläst. Dann zieht Böhme wieder an seinen Registern und spielt damit die tiefen Pfeifen an, die unter dem Boden liegen. Ein dumpfes Dröhnen geht durch die Holzplanken, der Besucher spürt die Schwingungen des Instruments durch die eigenen Beine bis hinauf in den Kopf. Es gibt viele versteckte Kostbarkeiten in Böhmes Welt. Die Ausbreitung des Klangs inner-
halb der Kirche. Oder die Zimbelsternchen, die der Besucher selber erleben muss. Für die Entdecker geht es nach der Bach-Orgelführung wieder hinab. Kaffee und Kuchen erwarten die Besucher im Thomashaus direkt
neben der Kirche. Während dort für das leibliche Wohl gesorgt wird, können sich die Kinder mit einer Mitarbeiterin des Bachmuseums Instrumente basteln.