Gespenstisch geht es im Dunkelkabinett zu. Huch! Die Besucher müssen sich durch die unheimliche Welt hindurchtasten. Das Reich der Finsternis zählt zu den Attraktionen im Irrgarten der Sinne gegenüber der Ausflugsgaststätte Lindenvorwerk bei Kohren-Sahlis. Dort gibt es Duftorgel und Space-Ball-Trampolinanlage, Riesenkaleidoskop und Kräutergarten, einen Matsch-Bereich zum Spielen oder Rohre, an denen Besucher ihr Gehör testen können.
Jörg Günther ist mit seiner Frau Karola Herrscher über das 4000-Quadratmeter-Terrain samt 9000 Hainbuchen. „Wir wollen hier alle Sinne ansprechen. Und das mit viel Spaß und Aha-Effekten für Klein und Groß“, erzählt Karola Günther. „Die Besucher müssen auch einen Ball für mehrere Teamspiele mit auf die Strecke nehmen. Aber mehr wird dazu noch nicht verraten.“ Zudem beginnt ab 10 Uhr alle zwei Stunden – bei großem Andrang stündlich – eine geführte Wanderung entlang des Mausbaches zum reichlich einen Kilometer entfernten Schwindpavillon in Rüdigsdorf.
Wer den Pavillon in der gepflegten, Parkanlage noch nicht kennt, wird über das italienische Flair staunen. Der berühmte Moritz von Schwind malte einen Teil der Fresken, die den Gesellschaftssaal schmücken. 1836 wurde der Komplex nach einem Entwurf von Gottfried Semper erbaut. Hier trafen sich Prominente von Felix Mendelssohn-Bartholdy über Christian Fürchtegott Gellert bis zu Julius Mosen und Ludwig Richter. „Der Bau ist ein Kleinod klassizistischer Architektur“, sagt Corinne Schulze, die Leiterin des Töpfermuseums Kohren-Sahlis, das zu Pavillonführungen einlädt.
Wer nach der Rückkehr zum Irrgarten immer noch nicht genug hat, kann sich dort eines der Familienfahrräder für vier Personen schnappen und die Gegend erkunden. Im Familienpreis von 15 Euro inbegriffen ist je Teilnehmer eine Stockwurst, die am Stock über dem Lagerfeuer gebraten wird.
Außerdem können Gäste im Irrgarten versuchen, die sprichwörtliche Nadel im Heuhaufen zu finden. „Wir haben uns das als zusätzliche Sommerattraktion ausgedacht“, erklärt Jörg Günther. Die Suche nach goldenen, silbernen und bronzenen Nadeln läuft bis zum 26. August, Hauptpreis ist am Ende eine Komparsenrolle in der ARD-Arztserie „In aller Freundschaft“.