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Nach Sieg über Zbik: Sturm will Titel-Chaos beenden

Felix Sturm will der einzig wahre WBA-Champion sein. Foto: Rolf Vennenbernd   Foto: dpa Felix Sturm will der einzig wahre WBA-Champion sein. Foto: Rolf Vennenbernd

Köln (dpa) - Den deutschen Konkurrenten ausgeschaltet - nun will Felix Sturm das Titel-Chaos beim Weltverband WBA beseitigen. Dem deutlichen Sieg durch Aufgabe nach der neunten Runde gegen Sebastian Zbik muss nun bis zum 30. September der Showdown gegen Gennadi Golowkin folgen.

Denn der Boxverband mit Sitz in Panama-Stadt hat das ohnehin schon heillose Titel-Durcheinander im Profiboxen auf die Spitze getrieben. Neben «Superchampion» Sturm, einst befördert wegen der unklaren Vertragssituation mit seinem Boxstall Universum, leistet sich die WBA auch noch einen «normalen» Weltmeister. Golowkin eben. Nun müssen der 33 Jahre alte Leverkusener und der drei Jahre jüngere Kasache die wahre Nummer eins im Mittelgewicht ausboxen.

«Golowkin war ein hevorragender Amateur, aber das zählt bei den Profis nicht», sagte Sturm. «Er hat bisher nicht die großen Namen geboxt.» Der Kasache mit Wohnsitz Stuttgart ist aber immerhin in bislang 22 Profikämpfen unbesiegt und steht bei der K2-Promotion der Klitschko-Brüder unter Vertrag. Seit dem Gewinn des Interims-Titels der WBA im August 2010, der wenig später in den regulären WM-Titel umgewandelt wurde, fordert Golowkin das Duell mit Sturm.

«Da kann sich nicht einer hinstellen und sagen, ich will Felix Sturm boxen», erklärte Sturms Trainer Fritz Sdunek, warum das Duell nicht schon früher zustande kam. Nun aber schreibt die WBA das Duell bis Ende September vor. Einst boxten Sturm und Golowkin gemeinsam für den Universum-Stall. Beide gingen im Streit.

Auch mit Zbik trainierte Sturm früher Seite an Seite im Hamburger Universum-Gym. Daraus erwuchs eine gegenseitige Antipathie, die sich in den Wochen vor dem Kampf in Köln wortreich entladen hatte. Im Ring hatte dann jedoch nur noch einer das Sagen: Superchampion Sturm, der seinen WBA-Titel mit dem technischen K.o. in der zehnten Runde zum zwölften Mal verteidigte. «Heute hat man den Unterschied gesehen zwischen einem Weltmeister und einem Superchampion», brachte es Ex-Weltmeisterin Regina Halmich auf den Punkt. «Ich muss respektvoll und neidlos anerkennen, dass Felix mich klar besiegt hat», sagte auch der frühere WBC-Champion Zbik.

Der 30 Jahre alte Neubrandenburger hatte vor 13 000 Zuschauern in der Kölner Lanxess Arena stark begonnen, aber ebenso stark nachgelassen. Hatte er in den Anfangsrunden noch ganze Schlagkombinationen ins Ziel bringen können, dominierte Sturm das deutsch-deutsche WM-Duell von der vierten Runde an beinahe nach Belieben. «Meine Beine sind schwach geworden. Warum mir die Kraft gefehlt hat, weiß ich nicht», sagte Zbik.

Nach der sechsten Runde fragte Trainer Artur Grigorian seinen Schützling zum ersten Mal, ob er noch weitermachen könne. Drei Runden später kapitulierten sie. «Wir haben uns heute für die Gesundheit entschieden», meinte Zbik. Die zweite Niederlage in Serie könnte das Karriere-Ende für Zbik bedeuten. «Jetzt konzentrier ich mich auf mein Studium. Ich krieg nur jetzt kein Bafög mehr dank Felix», meinte er nach dem vielleicht letzten Zahltag seiner Boxerlaufbahn. Obwohl Sdunek, einst als Verantwortlicher in Zbiks Ecke, meinte: «Er muss jetzt noch nicht aufhören.» Denn für den Superchampion reicht es nicht - für einen normalen Weltmeister vielleicht schon.

 
 
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