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Aus für Trainer Rico Schmitt bei Erzgebirge Aue - Karsten Baumann ist Favorit als Nachfolger
Tina Hofmann, dpa
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Letztes Spiel für Rico Schmitt: Nach dem 1:1 von Erzgebirge Aue gegen Eintracht Braunschweig ist der Coach am Dienstag entlassen worden.
Aue. Erfolge von einst zählen in der Gegenwart nichts. Diese Erfahrung musste am Dienstag Trainer Rico Schmitt von Fußball-Zweitligist FC Erzgebirge Aue machen. Obwohl sein Team in dieser Saison nie auf einem Abstiegsplatz stand, kam für den Fußballlehrer am Dienstag das Aus. Der Verein beurlaubte den 43-Jährigen, nachdem die Sachsen am Montag nicht über ein 1:1 gegen Eintracht Braunschweig hinausgekommen waren. Es war der neunte Trainerwechsel der 2. Bundesliga in dieser Spielzeit.
Am Montagabend hatte sich Sportdirektor Steffen Heidrich noch bedeckt gehalten. „Mir geht die ganze Diskussion auf die Nerven. Das ist nicht förderlich für den Verein“, sagte der 44-Jährige. 15 Stunden später kam er zu einem anderen Schluss. „Leider waren die zurückliegenden Tage und Wochen nicht mehr überzeugend. Ein Sieg aus elf Spielen spricht eine deutliche Sprache. Darum mussten wir im Sinne des Vereins eine Entscheidung treffen“, erklärte Heidrich am Dienstagnachmittag.
Karsten Baumann soll Favorit auf die Schmitt-Nachfolge sein. Der 42-Jährige hatte zuletzt den VfL Osnabrück trainiert (bis März 2011) und war zuvor von 2008 bis 2009 bei Drittligist FC Rot-Weiß Erfurt tätig. Bestätigt hat der Verein das noch nicht. „Wir werden sofort telefonieren und wollen schnell eine Lösung präsentieren. Wir wollen den Abstiegskampf positiv gestalten und die Entscheidung soll noch vor dem wichtigen Auswärtsspiel bei Energie Cottbus fallen“, sagte Heidrich weiter.
Aue steht momentan mit 20 Zählern auf Tabellenplatz 14, hat nur noch drei Punkte Rückstand auf einen direkten Abstiegsplatz. Dennoch erstaunt die Trennung, denn Schmitt führte das Team zu großen Erfolgen. So schaffte er nach seiner Übernahme im April 2008 nur zwei Jahre später den Zweitliga-Aufstieg. Vergangene Saison schnupperte die Mannschaft sogar am Aufstieg in die Bundesliga und spielte mit Platz fünf die erfolgreichste Saison der Vereinsgeschichte.
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Zuletzt beim VfL Osnabrück: Karsten Baumann soll Favorit auf die Schmitt-Nachfolge sein.
Immer wieder hatte Schmitt gewarnt, dass das zweite Jahr im deutschen Unterhaus das schwierigere werden würde. Aufgrund begrenzter finanzieller Möglichkeiten konnte er im Sommer mit Ronny König nur eine zweitligaerfahrene Verstärkung holen, alle andere Neuzugänge stammen aus unteren Ligen und blieben bisher hinter den Erwartungen. Zuletzt hatte Schmitt sein Unheil wohl schon geahnt, denn gegen die Besetzung des Sportdirektor-Postens hatte er sich lange Zeit gewährt, sein sportlicher Berater Günther Boroczinski zog sich zurück.
Trotz ähnlicher personeller Besetzung konnten die „Veilchen“ bisher nicht an die in der Vorsaison gezeigten Leistungen anknüpfen. Wohl auch, weil der Underdog-Bonus verschwunden ist und das Team vergangene Saison am absoluten Leistungslimit spielte. Schmitt hatte daran einen Anteil, da er das taktische System im Vergleich zum vergangenen Jahr kaum änderte und Aue dadurch für jeden Gegner ausrechenbar ist. Die Unruhe im Umfeld, die nach den in den Himmel geschossenen Erwartungen aufkam, führte zuletzt zum Bruch zwischen Fans und dem Team, der sich am Montag in Beschimpfungen und Pfiffen ausdrückte.
© LVZ-Online, 21.02.2012, 14:40 Uhr