Regionalsport
Brisantes Pokalderby wird zum Schützenfest: SG Leipzig Leutzsch schlägt Roter Stern 10:0
Robert Nößler
Foto: Christian Nitsche
Torfestival in Leutzsch: Die SGL schlägt Roter Stern Leipzig im Pokalderby mit 10:0.
Leipzig. Aufgeheizte Stimmung im Stadion, jede Menge Tore auf dem Rasen: Das brisante Pokalderby zwischen der SG Leipzig Leutzsch und Roter Stern Leipzig wurde am Sonntag zu einem Schützenfest. Der Landesligist setzte sich vor 1278 Zuschauern im Alfred-Kunze-Sportpark klar mit 10:0 (4:0) gegen den Bezirksligisten durch. Die befürchteten Ausschreitungen rund um die Partie blieben aus. Während das Spiels kam es jedoch zu Tumulten auf den Rängen.
Kurz vor der 70. Minute drangen mehr als 100 Anhänger der Leutzscher in Richtung Gästeblock. Die Polizei – mit mehreren Hundertschaften im Einsatz – stellte sich den Fans entgegen und verhinderte ein Eskalieren der Situation. „Fans beider Seiten haben sich aufeinander zubewegt. Im Eckbereich beider Blöcke gab es jedoch eine Pufferzone“, berichtete SGL-Geschäftsführer Jamal Engel. So habe sich die Situation relativ schnell wieder beruhigt.
RSL-Trainer Thomas Knopf ärgerte sich jedoch über einige Leutzscher Fans. Immer wieder
stimmten die Anhänger der Grün-Weißen provozierende und beleidigende Gesänge gegen die
Gäste an. Mit Besorgnis verfolgte Knopf die brenzlige Situation auf den
Rängen zur 70. Minute. „Ein eigenartiges Publikum“, meinte der Coach. Jamal Engel sprach dagegen insgesamt von einer „guten
Stimmung“.
Auf dem Feld dominierten die Leutzscher klar die Partie. Den Grundstein für den Kantersieg legte vor allem Andy Müller mit seinen vier Treffern für die Grün-Weißen. Eröffnet hatte den Torreigen der zweifache Torschütze Martin Riessbeck in der 7. Minute. Durch ein Eigentor von RSL und zwei Müller-Tore baute das Team von Trainer Dirk Havel die Führung bis zur Pause auf 4:0 aus.
Auch nach der Halbzeitpause wurde weiter auf ein Tor gespielt. Müller setzte mit seinem Doppelpack kurz nach der Pause die Torgala fort. Auch René Ledwoch konnte sich zweimal in die Trefferliste eintragen. In der 89. Minute gelang ihm ein sehenswertes Fallrückziehertor. Mit dem Schlusspfiff traf er per Elfmeter zum 10:0-Endstand. Ein weiteres Tor zum 7:0 steuerte Jan Matzeck bei. „Die Mannschaft hatte den Anspruch, deutlich zu gewinnen. Dass es so hoch ausfällt, damit hatten wir nicht gerechnet. Schön für unsere Fans“, sagte Engel.
Der Frust über die hohe Niederlage hielt sich bei RSL-Trainer Knopf in Grenzen. „Sowas kann schon mal passieren. Den Pokal hätten wir eh nicht gewonnen“, sagte er gegenüber LVZ-Online.
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© LVZ-Online, 04.09.2011, 18:06 Uhr