Regionalsport
Christoph Bergner: DDR-Sport nicht auf Doping reduzieren
Armin Görtz
Leipzig - Der für Sport zuständige Parlamentarische Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Christoph Bergner (CDU), hat gefordert, "Erfolge des DDR-Sports nicht auf illegale Praktiken" zu reduzieren. Man solle Medaillen nicht pauschal in Frage stellen, sagte Bergner der Leipziger Volkszeitung. "Das würde unzähligen ehrlichen Sportlerinnen und Sportlern nicht gerecht."
Bergner, Präsident des SV Halle, verteidigte die Tätigkeit eines stasibelasteten Geschäftsführers im Verein. "Die Mitarbeit von Klaus-Dieter Malzahn in einem gemeinnützigen Verein geht völlig in Ordnung", sagte Bergner. "Ich bin dankbar, dass er sein Wissen und Können in den Dienst des Sports stellt." Die Verpflichtungserklärung für die Stasi, die Malzahn als Student in Zusammenhang mit einem Auslandsaufenthalt unterschrieben habe, stehe in keinem Zusammenhang mit Doping und mit Sport. Der Staatssekretär verteidigte auch, dass Malzahn in der Vereinschronik auf 197 internationale Medaillen verweist, ohne das Thema Doping zu erwähnen. "In das systematische Doping waren die Strukturen der Vereine nicht einbezogen."
Die DDR habe systematisches Doping betrieben, eine Streichung von offiziellen Rekorden sei jedoch nur möglich, wenn im Einzelfall nachzuweisen sei, dass die Leistung auf Doping beruhte. Zur Finanzierung ehemaliger DDR-Dopingtrainer durch das Bundesinnenministerium erklärte der CDU-Politiker: "Sauberer Sport ist die Grundbedingung für jede Förderung durch das Bundesinnenministerium. Zur Weiterbeschäftigung von DDR-Trainern hat der autonome Sport mehrere Kommissionen eingesetzt und eigene Maßstäbe entwickelt."
Am 26. Januar lädt das Zeitgeschichtliche Forum Leipzig ab 19 Uhr zu einer Diskussion zum Thema „Gespritzter Sport - Doping im geteilten Deutschland" ein. Mit dabei ist auch Christoph Bergner.
© LVZ-Online, 24.01.2010, 13:20 Uhr