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Regionalsport

„Es war eine extreme Situation": Polizist aus Jena berichtet erstmals über Massenschlägerei

Nach der 0:7 Heimniederlage des Jenaer FC kam es zu Ausschreitungen.   Foto: dpa Nach der 0:7-Heimniederlage des FC Carl Zeiss Jena kam es zu Ausschreitungen.
Leipzig/Jena. „Solche Randale in diesem Ausmaß habe ich noch nicht erlebt", sagt Andreas K.* Bei LVZ-Online äußert sich der Polizist aus Jena erstmals zu den Krawallen, die den ostdeutschen Fußball in dieser Woche erschüttert haben. Nach der 0:7-Niederlage des Fußball-Drittligisten FC Carl Zeiss gegen den 1. FC Saarbrücken war es am Mittwochabend im Ernst-Abbe-Sportfeld zu einer Massenschlägerei zwischen Fans beider Clubs gekommen. Mehrere Polizeibeamte wurden dabei verletzt. „Es war schon sehr heftig. Natürlich gab es unter den Anhängern viel Frust, aber mit einer solchen Aggressivität hatten wir nicht gerechnet", erklärt K., der bereits seit mehreren Jahren bei Fußball-Spielen im Einsatz ist.

Wie der Beamte schildert, sei die Stimmung bereits während des Spiels äußerst gereizt gewesen - und die rund 120 Fans aus Saarbrücken stachelten diese noch an. „Es gab einige Schmährufe aus dem Gästeblock, daraufhin haben Jena-Fans versucht den Zaun zu übersteigen und auf die Anhänger loszugehen", berichtet K. „Das konnte zum Glück noch verhindert werden."

zum Thema FC Carl Zeiss Jena verhängt Stadionverbot nach Krawallen Carl Zeiss Jena: Krisensitzung nach Massenschlägerei
Nach dem Spiel sei die Situation dann plötzlich eskaliert. „Wir wollten den Bus der Gästefans rauslotsen, aber einige gewaltbereite Jenaer Anhänger haben da schon an der Kreuzung gewartet. Sofort attackierten sie ihn mit Flaschen und Steinen, warfen einfach alles, was da war, auf den Bus."

Die rund 70 Insassen des Fahrzeugs nahmen das offenbar als Einladung an, um mit Fäusten auf die 80 Randalierer loszugehen. „Es war eine extreme Situation", beschreibt der Polizist. Mit Reizgas und Schlagstöcken hätten die Beamten versucht, die Lage unter Kontrolle zu bekommen, was nach einigen Minuten auch gelang. Drei Jenaer Fans wurden vorläufig festgenommen, gegen sie wird derzeit wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung ermittelt.

K. spricht von Jenaer „Problemklientel", das die Krawalle angezettelt hätte. „Sowohl unter den Angreifern als auch unter den Saarbrücker Fans waren mehrere Hooligans der Kategorien B und C", so der Beamte. Letztere gelten in Polizeikreisen als besonders gewaltbereit.

Derzeit würden die Videoaufzeichnungen der Krawalle ausgewertet, um die Hooligans, die die Ausschreitungen provoziert hätten, zu identifizieren. „Es werden definitiv Konsequenzen gezogen", ist sich K. sicher. Die Erlebnisse vom Mittwochabend wird er so schnell wohl nicht vergessen.

* Name von der Redaktion geändert
 
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