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Regionalsport

"Es war grausam" - Brandis-Täter Christian K. wegen mehrfacher Körperverletzung vor Gericht

Der zweite Täter der Randale auf dem Fußball-Platz vom FSV Brandis muss sich seit gestern vor dem Leipziger Amtsgericht verantworten.   Foto: Christian Nitsche Der zweite Täter der Randale auf dem Fußball-Platz vom FSV Brandis muss sich seit gestern vor dem Leipziger Amtsgericht verantworten.
Leipzig. Der zweite Täter der Randale auf dem Fußball-Platz vom FSV Brandis muss sich seit Dienstag vor dem Leipziger Amtsgericht verantworten. Dem Industriemechaniker Christian K. wird mehrfache Körperverletzung am 24. Oktober 2009 sowie nach dem Leipziger Fußball-Ortsderby am 23. August 2009 vorgeworfen. Die Verhandlung wurde nach achteinhalb Stunden auf den 18. März vertagt.

"Von Ihnen geht stets eine Gefahr aus, wenn Sie nicht mal wissen, was Sie tun", hielt Richterin Ute Pisecky am Ende des ersten Tages dem Angeklagten aus Brandis unter die Nase. Sie hatte ihn zu seinen vier Vorstrafen befragt. "Für eine Tat hatte er indes eine Erklärung: "Ich war zur falschen Zeit am falschen Ort", erklärte der Randalierer kleinlaut, bei dem Handschellen offenbar nicht als ausreichend angesehen wurden. Denn der 25-Jährige wurde von zwei Polizisten mit Fußfesseln in den Gerichtssaal geführt. K. hatte zu Beginn der Verhandlung erklärt, er sei zufällig in die Gruppe der Rechtsradikalen geraten, die beim Bezirksklasse-Gastspiel der Roten Sterne die meist der linken Szene angehörenden Leipziger Fans brutal überfielen.

Der Brandiser Stadionsprecher Gerd-Dietmar G. wirkte in seiner Zeugenvernehmung noch immer geschockt. Er erinnerte sich genau: "Wir hatten keine Chance. Die kamen plötzlich auf den Sportplatz, steckten ihren Mundschutz rein. Mit lautem Gebrüll und hasserfüllten Gesichtern schlugen sie los, es war grausam." Und er höre heute noch die Rufe einer der Anführer: "Wir sind hier nicht zum Fußballspielen".

Der Angeklagte steht zudem wegen seiner ebenfalls zweifelsfreien Beteiligung an den Randalen nach dem Leipziger Derby zwischen dem FC Sachsen und 1. FC Lok vor den Richtern. Dabei wird ihm zur Last gelegt, auf der Festwiese vor dem Zentralstadion mit aggressiven Probstheidaer Fans auf Leutzscher Anhänger eingeschlagen zu haben. Als negative Krönung sei er mit Anlauf einen Polizisten angesprungen und habe dabei dessen Verletzung in Kauf genommen.

Als die Ordnungshüter am Dienstag Videoaufnahmen dieses Übergriffs und andere Straftaten K.'s per Laptop im Gerichtssaal vorführten, gab der Angeklagte sein Leugnen auf und entschuldigte sich bei den zwei Ordnungshütern, die als Zeugen ausgesagt hatten. Beide Polizisten erklärten, dass sie solch brutale Angriff wie 2009 in Leipzig noch nie erlebt hätten. "Die Angreifer sind an unser 3,5 Tonnen schweres Auto gesprungen, haben wie wild an die Scheiben gedroschen. Ich möchte gar nicht daran denken, was passiert wäre, wenn sie uns aus dem Auto gezerrt hätten", erinnerte sich einer der Ordnungshüter an die Vorfälle vor 18 Monaten. Die Randalierer hatten sogar versucht, Rettungssanitäter durch die Scheiben nach außen zu ziehen, die verletzten Anhängern des FC Sachsen helfen wollten. Bei diesem Ausschreitungen wurden mehrere Polizisten verletzt.

Die Hubschrauber-Videos belegen nicht nur die Schuld des Angeklagten. Diese Bilder zeigen Angriffe der Randalierer bis ins Detail. Wie auch die Fotos eines freien Journalisten, die maßgeblich zur Verurteilung des ersten Brandis-Täters am 25. Februar beitrugen. "Ich berichte schon fünf Jahre über Randale in europäischen Fußball-Stadien. Die Polizei hat sich jetzt das erste Mal für meine Bilder interessiert", sagte der Schotte. Er hatte sich an eine Rechtsanwältin gewandt, über die das Bildmaterial als wichtige Beweisstücke zu den Ermittlern gelangte.
 
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