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Sport

Schwimmer Oen tot: Herzschlag im Höhentrainingslager

Der norwegische Schwimmer Alexander Dale Oen hatte bei der WM 2011 in Shanghai Gold über 100 Meter Brust gewonnen. Foto: Patrick B. Kraemer   Foto: dpa Der norwegische Schwimmer Alexander Dale Oen hatte bei der WM 2011 in Shanghai Gold über 100 Meter Brust gewonnen. Foto: Patrick B. Kraemer

Oslo (dpa) - Der rätselhafte Tod eines Weltmeisters im Höhentrainingslager für Olympia schreckt die Schwimm-Szene auf: Der Norweger Alexander Dale Oen brach im US-Bundesstaat Arizona beim Duschen zusammen und konnte nicht mehr gerettet werden.

Ein Krankenhaussprecher in Flagstaff sowie Teamkollegen des 26-Jährigen bestätigten den Todesfall am Dienstag der Zeitung «Bergens Tidende». Oen sei einem Herzschlag erlegen, teilte der norwegische Verbandspräsident Per Rune Eknes mit. «Das ist der schlimmste Tag, den das norwegische Schwimmen je hatte», sagte er. Oen galt als größte Medaillenhoffnung für das skandinavische Land bei den Spielen Ende Juli in London.

Der Olympia-Zweite über 100 Meter Brust von 2008 hatte vergangenes Jahr in Shanghai den ersten Titel Norwegens bei einer Schwimm-WM geholt. Drei Tage nach der Ermordung von 77 Menschen durch den Rechtsradikalen Anders Behring Breivik nahm er die Goldmedaille mit Tränen in den Augen entgegen und sagte: «Die Hymne, die Flagge, ich habe an alle zu Hause gedacht und dann kam alles wieder hoch. Wir müssen alle in Norwegen zusammenhalten.» Zuvor war er mit Fragen über die Tragödie bestürmt worden und hatte trotzdem das Rennen gewonnen. «Wir müssen weitermachen, dass irgendwann der Alltag wieder einkehrt. Wir dürfen nicht zulassen, dass dieser Kerl unsere Zukunft ruiniert», hatte er seinen Landsleuten Mut gemacht.

Schwimm-Kollegen drückten ihre Anteilnahme via Twitter aus. «Ich bin geschockt», sagte der Essener Brustschwimmer Hendrik Feldwehr und der ehemalige Weltmeister Thomas Rupprath erklärte: «Ein Held des Schwimmsports ist von uns gegangen. Ein großer Verlust.» Österreichs Spitzenschwimmer Markus Rogan twitterte: «Man wird sich an dich erinnern als jemand, der Norwegen an einem seiner dunkelsten Tage Hoffnung gab.»

Norwegens Ministerpräsident Jens Stoltenberg erklärte per Twitter-Mitteilung: «Alexander Dale Oen war ein großer Spitzensportler aus einem kleinen Land. Meine Gedanken gehen an seine Familie und seine Freunde.» Oens Trainer Stig Leganger-Hansen meinte in «Bergens Tidende» zum Tod seines Sportlers: «Das hier ist völlig unfassbar. Er war so ein wunderbarer, warmherziger Mensch. Der Sport ist in diesem Moment völlig egal.» Norwegens alpines Ski-Ass Aksel Lund Svindal twitterte: «Es fühlt sich irreal an, dass Alexander Dale Oen nicht länger unter uns ist.»

Nach den Zeitungsangaben hatten sich Teamkollegen nach dem Training in Flagstaff am Montagabend (Ortszeit) gewundert, dass Oen so lange in der Dusche blieb. Als er auf ihr Klopfen nicht reagierte, brachen sie die Tür auf und fanden Oen bewusstlos auf dem Boden. Der sofort herbeigerufene Mannschaftsarzt Ola Rønsen blieb mit Wiederbelebungsversuchen ohne Erfolg. Im Krankenhaus von Flagstaff wurde der Schwimmer gut eine Stunde später für tot erklärt.

Oen hatte in den vergangenen Wochen über Schulterschmerzen geklagt, sich aber nach Behandlung mit Cortison in den USA optimistisch gezeigt. Norwegens Team-Trainer Petter Løvberg hatte vor dem schockierenden Todesfall erklärt, dass Oen ausgeprägten Ehrgeiz beim Training gezeigt habe: «Wir sehen, dass Alexander gerne ausgesprochen kräftig zur Sache gehen will. Aber wir bitten ihn, Geduld zu zeigen. Wir wollen kein Risiko eingehen.»

 
 
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