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Karl-Georg Altenburg (M) ist der Präsident des Deutschen Tennis Bundes (DTB). Foto: Soeren Stache
Düsseldorf (dpa) - Nach knapp 100 Tagen in seinem neuen Amt als Präsident des Deutschen Tennis Bundes (DTB) sieht Karl-Georg Altenburg zahlreiche positive Signale bei der Neuausrichtung des Verbandes.
«Deutschland ist immer noch eine Tennisnation. Aber wir müssen einen schlafenden Riesen wecken», schränkte der Mitte November gewählte Altenburg beim Sportbusinesskongress SpoBiS in Düsseldorf trotz der seiner Meinung nach erfolgreich begonnenen Arbeit ein.
Die Umsetzung der Ziele, die sich der DTB mit Altenburg an der Spitze und dem ehemaligen Profi Carl-Uwe Steeb als Vizepräsident Sport gesetzt hat, werde «sicherlich noch Jahre dauern», ließ der neue Chef des rund 1,6 Millionen Mitglieder zählenden Verbandes wissen. Erste Akzente seien gesetzt, so etwa durch das Engagement eines Automobilherstellers (Porsche) im Bereich Damentennis.
Speziell hier sieht Altenburg durch Spielerinnen wie Andrea Petkovic, Julia Görges, Sabine Lisicki, Angelique Kerber oder Anna-Lena Grönefeld ein hohes Potenzial, um die Problemfelder erfolgreich bearbeiten zu können.
Altenburg übte, ohne einen Namen zu nennen, indirekt Kritik an seinem Vorgänger Georg von Waldenfels. «Wir haben keine Weltstars und praktisch keine großen Turniere mehr in Deutschland. Die Medienpräsenz ist schwach. Wenn ich es drastischer formulieren müsste, würde ich sagen, wir haben zehn Jahre nicht mehr in diesen Sport investiert», sagte der neue DTB-Chef.
Um an die vielen großen Erfolge der Vergangenheit und Zeiten einer Steffi Graf oder eines Boris Becker anknüpfen zu können, will sich der DTB laut Altenburg besonders um den Nachwuchsbereich kümmern und sich speziell hier stark engagieren. Der Finanzmanager sieht dabei gute Grundlagen: «Tennis hat ein fantastisches Umfeld und eine tolle Infrastruktur in Deutschland.»
Frank Bohmann, der Geschäftsführer der Handball-Bundesliga (HBL), machte sich beim größten Sportbusinesskongress Europas auch für eine Vermarktungsoffensive des Deutschen Handballbundes (DHB) stark. «Ich möchte einfach, dass sich da mehr drum gekümmert wird», sagte er. Bohmann erkennt bei der Kommunikation, der Medienpräsenz und der Nutzung von Internetplattformen nach eigenen Angaben zahlreiche neue Tätigkeitsfelder und damit durchaus Parallelen zum Tennisbund.
Obwohl sich die Männer-Nationalmannschaft nicht für Olympia qualifiziert hat, traut Bohmann dem Team von Bundestrainer Martin Heuberger es zu, «in vier oder fünf Jahren wieder unter den besten vier Mannschaften der Welt zu sein». Die Strukturen hierfür seien, auch durch die HBL und deren Unterbau, die neue eingleisige 2. Liga, geschaffen. Bohmann: «Die Spieler kann man sich nicht schnitzen, aber die Strategien stimmen.»