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Wintersport

Champagner und Strandfotos für Savchenko/Szolkowy

Aliona Savchenko und Robin Szolkowy gewnnen in Nizza ihren vierten WM-Titel. Foto: Stephane Reix   Foto: dpa Aliona Savchenko und Robin Szolkowy gewnnen in Nizza ihren vierten WM-Titel. Foto: Stephane Reix

Nizza (dpa) - Erst floss der Champagner bei der improvisierten Siegesparty, dann gab es ein professionelles Fotoshooting am Stadtstrand von Nizza: Aljona Savchenko und Robin Szolkowy feierten ihren vierten Weltmeister-Triumph ausgiebig und hetzten am Tag danach von Termin zu Termin.

«Das haben nur ganz wenige geschafft, ich bin sehr stolz», sagte Trainer Ingo Steuer und versicherte, dass er sich bis Olympia 2014 voll auf den Goldtraum mit den beiden Chemnitzern konzentrieren wolle. Alle Anfragen von Einzel- und Paarläufern auch aus dem Ausland habe er abgewiesen.

Das Kopf-an-Kopf-Rennen mit den erneuten WM-Zweiten Tatjana Wolososchar und Maxim Trankow wird bis Sotschi den ganzen Einsatz von Steuer erfordern. Das ultimative Ziel machte Antreiberin Savchenko schon beim nächtlichen Umtrunk klar: «Was zählt schon ein weiterer Titel? Er ist schön, aber uns geht es nur um Olympia-Gold.»

Deshalb musste sich ihr geduldiger, aber in Stresssituationen manchmal fehlerhafter Partner auch unmittelbar nach dem Triumph Kritik anhören. «Robin weiß schon, dass ich sauer bin», sagte die 28 Jahre alte gebürtige Ukrainerin und kündigte eine interne Aussprache an. Der vier Jahre ältere Sachse war in der innovativen Ballettkür «Pina» erst den Axel nur einfach statt doppelt gesprungen und begann zudem die Paarlauf-Pirouette auf dem falschen Bein. «Das ist, wie wenn man falsch in eine Einbahnstraße fährt», beschrieb Szolkowy die Situation, die Savchenko mit ihrem Anpassungsgefühl noch rettete.

«Aljona hat den Titel für uns geholt, denn Robin hatte einen Blackout», analysierte der erleichterte Coach, «sie hat gekämpft und alles rausgeholt. Sie ist eine Beißerin.» Am Ende siegten die viermaligen Europameister mit nur 0,11 Zählern vor den starken Russen, die mit der brillanten Vorstellung zur Filmmusik von «Black Swan» die beste Kürwertung erhielten. Nach einem Sturz im Kurzprogramm hatten alle Experten die härtesten Konkurrenten längst abgeschrieben. «Russen geben niemals auf», betonte Trankow - eine Kampfansage für die nächsten zwei Jahre.

Auch Steuer schürte den Konkurrenzkampf: «Es war eine Schlüsselsaison, weil alle die Russen als Favoriten gehandelt haben. Das hat uns gewurmt. Und für sie ist es ein herber Rückschlag.» Schon im Grand-Prix-Finale waren die Sachsen mit einem hauchdünnen Vorsprung vorn gewesen. «Aljona und Robin sind sehr würdige Weltmeister, auch wenn sie kleine Schönheitsfehler in der Kür hatten», meinte Udo Dönsdorf, Sportdirektor der Deutschen Eislauf-Union (DEU). Er unterstützt sein Goldpaar bei den Plänen zur technischen Aufrüstung der Programme: Dieses Jahr wurde der dreifache Wurfaxel ins Kurzprogramm integriert, 2013 soll er in die Kür eingebaut werden.

«Enttäuscht und ernüchtert» zeigte sich der Verband über die Resultate in den Einzeldisziplinen, in denen die Deutschen die technische Entwicklung verschlafen haben. Sarah Hecken und Peter Liebers beendeten die WM auf Rang 20. Die Klasse der Weltmeister Patrick Chan aus Kanada und der in Oberstdorf lebenden Carolina Kostner (Italien) ist für sie unerreichbar. «Es wird Einzelgespräche mit den Trainern geben, um aus dieser Sackgasse herauszukommen», sagte Dönsdorf, «in zwei Jahren ist Olympia und wenn wir die Entwicklung nächstes Jahr nicht drehen, werden wir mit einer kleinen Mannschaft nach Sotschi fahren».

International seien die Deutschen zu blauäugig. «Manche Trainer sind beratungsresistent», so Dönsdorf, der allen Kadersportlern professionelle Hilfe anbietet, «damit ein Ruck durch den Eiskunstlauf geht». Wenn das nicht passiert, wird es nach dem Karriere-Ende von Savchenko/Szolkowy in zwei Jahren ganz bitter für die DEU aussehen.

 
 
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